Autor: Soraya Homam | Gespeichert unter Allgemeines
Am 09.April 2009 erhielt ich folgende traurige E-Mail von Kevin
Hallo Soraya,
ich hoffe, Dir geht es sehr gut.
Ich musste heute erfahren, dass ich nächste Woche ins Krankenhaus muss und in einer Operation versucht wird, mir meinen Gehirntumor zu entfernen.
Die Bestrahlungen haben nicht geholfen und die Spezialisten sagen, dass eine Operation die letzte Rettung für mich ist. Die Operation ist sehr, sehr gefährlich und es gibt wenig Hoffnung auf Erfolg, aber ich muss vorwärts blicken, weil sich mein Gesundheitszustand rapide verschlechtert hat.
Falls die Operation erfolgreich verläuft, werde ich mindestens für zwei Wochen auf der Intensivstation sein. Wenn die Operation keinen Erfolg haben sollte, befürchte ich, dass die nächste Woche die letzte für mich auf dieser Erde sein wird.
Es war mir ein großes Vergnügen und eine große Ehre, Dich in diesen letzten wenigen Wochen beim Pokern zu beobachten und auch mit Dir zu pokern.
Während dieser besonderen schwierigen Umstände für mich und meine Familie hast Du mich glücklich gemacht.
Wenn es mir am Sonntag gut genug geht, werde ich dieses letzte Poker-Turnier nur für Dich spielen, dieses Brawl.
Ich wünsche Dir für die Zukunft jeden erdenklichen Erfolg … und wer weiß… wenn meine Operation gut verläuft, werden wir uns eines Tages treffen. Falls dem nicht so sein sollte, werde ich mich mit den Pokergöttern verbünden… und dafür sorgen, dass sie Dir immer zur Seite stehen werden.
Mit wertvollster Liebe
Kevin
Nach dem ich Kevins traurigen Abschiedsbrief erhalten hatte, war ich so sehr bedrückt, dass der Kloß in meinem Hals sich unwillkürlich löste und meine Augen sich mit Tränen füllten.
In diesem Moment spielte es für mich keine Rolle, dass ich Kevin zuvor noch nie persönlich gesehen, oder gar seine Stimme gehört hatte, um mich ihm trotzdem so nah zu fühlen. Ich spürte deutlich, dass er in einer unsicheren und riskanten Situation steckte. Zum einen hatte er irrsinnige Schmerzen, zum anderen musste er sich für eine schwere Operation entscheiden, die ein hohes Risiko mit sich brachte, so dass er möglicherweise die Woche nicht überleben würde. Jedoch ohne Operation ging es auch nicht.
Das Dilemma für mich war meine Machtlosigkeit, in der ich dieser fast aussichtslosen Situation gegenüberstand.
Soraya Homam
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One Response to “„Wird das die letze Woche für mich auf dieser Erde sein?“ – Kevin 9”
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winta Says:
June 30th, 2009 at 12:46 amHallo Soraya!
Ich habe soeben die gesamten Beiträge über Kevin gelesen. Ich bin tief betroffen aber gleichzeitig auch stolz auf Kevin. Er macht wirklich das beste aus seiner Situation. Es ist schön zu lesen, daß es möglich ist in dieser anonymen Cyberwelt Freundschaften zu schließen. Die Tragik erhält keine geringere Dimension aufgrund der Virtualität. Leider gehört Kevins Erkrankung zu jenen, die mit unbarmherziger Härte Menschen aus dem Leben zerren. Natürlich geben Kevin seine Familie und Freunde halt. Letztendlich muss Er den letzten Weg alleine gehen. Das Leben ist kurz, eine banale Schlußfolgerung für uns, aber ein Satz mit großer Tragweite für Kevin! Alles Gute!

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