Christoph Wolters Christoph Wolters

 

Warum enden die Paradiesgeschichten eigentlich immer gleich? Ich biss jedenfalls gestern wieder herzhaft in den angebotenen Apfel.

 

Im Fernsehen liefen wieder die Wurmfresser und ich entschloss mich den Staatshaushalt mit ein paar Extra-Steuern aufzubessern. Da das Finanzamt bereits geschlossen war und noch kein Spendenbriefkasten eingerichtet hat, ging ich in die Spielbank.

 

Ist schon eine tolle Einrichtung, so eine Spielbank. Die Besucher haben richtig viel Spaß während sie chancenlos ihr Geld verlieren, und alles für einen guten Zweck. Der deutsche Staat schützt halt so gerne seine Bürger. Die 45jährige Hausfrau am einarmigen Banditen, der Bankangestellte am Roulette ( dessen Einsätze vermuten lassen, dass er Bankbesitzer ist ) alle haben richtig Spaß. Gut, man sieht es ihnen nicht an, aber sie kommen doch jeden Tag wieder!

 

Die Auswahl an Unterhaltungsspielen ist groß und dennoch entscheide ich mich für Poker J

Eine 5/10 NLH Runde, und was für eine. Sechs Gus Hansen Fans sitzen bereits am Tisch. Sie spielen auch wie er, zumindest was die Auswahl der Starhände angeht, den Rest üben Sie noch. Es ist jedoch definitiv die Runde und der Abend…. Halt nur nicht für mich.

 

Nach einigen verlorenen Monsterpötten gegen die üblichen 2 oder 3 outern ergab sich folgendes.

 

Ich bekomme UTG KQs und raise auf 40. In dieser Partie kann man auch auf 60 raisen und bekommt einen call von qt etc. Button und SB callen.

 

Flop: 953 rainbow. Der SB spielt 100 in den Pott von 130. Normalerweise fliegen meine Karten sofort in den Muck, aber bisher hatte ich nur Megaqualität im Showdown und der SB spielte jeden kleinsten Treffer an, um zu gucken woran er war. Den Gefallen wollte ich ihm tun und reraise auf 240. Wenn auch mit Schmerzen, bezahlte er.

 

Pot 610  Turn ( 935 ) 4    SB check. Es gibt viele Situationen wo ein zweiter Bluff sehr stark ist, dieser zählt nicht dazu. Mein Gegner hatte noch ca. 600 Knöpfe und den Blick eines Terriers. Er hatte sich entschieden zu zahlen und würde nicht mehr folden, jedenfalls bei dem Turn. Jedes bet würde ihn auch noch gefühlt für den River committen.

 

Ich gebe den Pot auf und hoffe den River zu treffen. Es gibt 4 Karten die mich zum Sieger machen können: AKQ oder 2. KQ um meine Hand zu verbessern und A oder 2 für einen Bluff. Es ist sehr wahrscheinlich, dass

der SB AKQ als Kicker zu seinem getroffenem Paar besitzt. Nach meinem Check auf dem Turn jedoch, wird er 2 Paar nicht checkraisen.

Pot: 610 River ( 935 4 ) 2  Meine Traumkarte. SB check, ich bet 400.

 

Jetzt fängt der SB an zu überlegen und fragt mich:“ Warum soviel mit ein Paar Damen?“ In dieser Runde gilt es als „Schick“ die Hand des anderen vorherzusagen, stimmt es wie in 90% der Fälle nicht, merkt es keiner. Hat man mal einen Zufallstreffer, feiert man sich als Negreanu.

 

„Wie kommst Du ausgerechnet auf QQ?“ frage ich ihn. Er „ Nein, ich gebe Dir AK oder so was, ich glaub Du bluffst“ Da wird es mir klar, der Junge ist so mit seinem Hero-Call beschäftigt, dass er nicht realisiert was im Board liegt. Wie mache ich ihm schnell klar, dass jedes A eine Strasse macht bevor er seine Marie in die Mitte schiebt?

 

Mein kläglicher Versuch:“ Mach kein Theater, wird doch eh ein Splitt-Pott“

verpufft. Mit zittrigen Händen schiebt er seine Chips in die Mitte. Q9 gewinnt.

 

 

 

 

 

Popularity: 12% [?]


Letzte Einträge

  1. WPT BARCELONA Tag1
  2. Der Blog-Kommentar III
  3. San Remo ich komme
  4. Der pure Genuss
  5. KZH!

Leave a Reply

 
rss