Posted by Stephan Kalhamer | Filed under Allgemeines
Hallo FTP Community,
Der viel gescholtene „große Ausrutscher“ A-nna K-ournikova – gut aussehend, aber selten siegreich – ist das heutige Thema aus der Reihe Starthandkategorien. Dabei ist die Hand fabelhaft, es sind die Spieler, die ausrutschen…
Asse und Könige habe ich bereits behandelt. Ehe ich mich den Damen zuwende, möchte ich ganz bewusst schon jetzt über Ass-König schreiben. Denn in mancherlei Hinsicht ist AK den Queens überlegen. So ist AK flexibler und klarer zu spielen.
Flexibler?
Preflop ist AK sowohl als Madehand als auch als Drawhand spielbar.
Made ist sie weil sie gegen alle Nonpairs rult (fast 75% vs. Ax und Kx und gut 60% vs. Qx-32 bis zum River) und gegen fast alle Paare (außer AA und KK) bezüglich Showdownvalue kaum im Hintertreffen ist (knapp 50% vs. QQ-22).
Ein Draw ist sie, weil in ca. 30% aller Fälle der Flop aus Ass-hoch Top Pair mit Top Kicker macht. Das ist ein wirklich guter Draw, denn man hat eine passable Eintrittshäufigkeit und eine ebenfalls passable Handgüte bei Eintritt: das Keypair, jene Kombination, die jede beliebige Einzelkarte beim Gegner schlägt. Das gibt Sicherheit. Aber auch verfehlte Flops sind kein Beinbruch. Man ist dankbarerweise mit Ass-hoch schlecht genug, um gegebenenfalls AK billig entsorgen zu können. Dazu gleich mehr…
Klarer?
Postflop ist AK selten mehrdeutig. Hat man getroffen, so darf man an den Lead glauben, wenn nicht, weiss man, dass jeder Bet ein Bluff ist. Das ist ein großer Vorteil. Wie schwierig ist oft das Postflopspiel mit Toppair ohne Kicker oder Midpair. Man setzt, um zu protecten, hat also for Value im Kopf. Wird man aber gecallt oder geraist, ist man oft geschlagen. War die Valuebet, dann doch eine Bluffbet? Wie spielt man nun weiter? Man ist zu gut, um einfach loszulassen, aber zu schlecht, um vertrauensvoll weiterzukämpfen. All dies bleibt uns mit AK erspart.
Fazit
AK führt uns entgegen seinem Ruf nicht aufs Glatteis. Preflop ist die Hand stark genug, um den Pot aufpumpen zu können. Sie bietet aber auch genug Floppotential, um den Großteil unserer Jetons erst bei Treffer also postflop fließen zu lassen. In Verruf steht die Hand eigentlich nur, weil zu viele Spieler anstatt die genannten Stärken einzusetzen, die Schwachstelle von AK zu stark zum Tragen kommen lassen: Sie ist ohne Verbesserung eben nur Ass-hoch. Damit ist sie preflop gerade gegen Trashhands nie wirklich weit vorne und verliert am unverbesserten Flop, gegen jeden noch so lausigen Treffer. Somit verliert AK nicht etwa übermässig viele oder große Pots, AK verliert einfach oft besonders schmerzhaft und steht deshalb in Ungnade. Gute Spieler spielen aber für die Jetons, nicht um ihre Seele gestreichelt zu bekommen.
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer
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