Markus Golser Markus Golser

Seit einigen Tagen bin ich nun schon in Baden bei Wien, da hier im Moment die Baden Poker-EM in vollem Gange ist. Natürlich konnte ich mir die 7-Card Stud Europameisterschaft zu einem Buy-In von 2.500 Euro nicht entgehen lassen, wie außer mir noch 99 andere Spieler.

Der erste Spieltag lief für mich wie am Schnürchen. Ich glaube behaupten zu können, dass ich an diesem Tag das beste Stud-Turnier meines Lebens gespielt habe und so kam es, dass ich den Tag als Vierter in Chips beenden konnte. Am zweiten Spieltag schien sich meine Form vom Vortag weiter zu halten, zumindest in den ersten beiden Levels. Ich hatte den Tisch gut im Griff und die Karten kamen so wie ich sie brauchte. So kam es, dass ich nach zwei Stunden einen Stack von über 90.000 Chips vor mir stehen hatte bei einem Average von 30.000. Doch nun begann sich das Blatt langsam zu wenden und für die nächsten vier Levels war ich komplett carddead. Dazu kam, dass ich dreimal ein Pocket Pair gegen ein höheres Paar verloren habe und mich einmal gegen einen 1-Outer und einmal gegen einen 3-Outer geschlagen geben musste.

Drei oder vier Level lang bin ich mit dem Ungarn Peter Gelencser am Tisch gesessen und ich muss sagen, dass er sehr starkes Poker gespielt hat. Ihm hätte ich den Sieg wirklich vergönnt. Leider ist es nur Platz 5 für ihn geworden, aber immerhin ist er am Finaltisch gesessen, was mir ja leider nicht vergönnt war. Als wir in die Bubble-Phase kamen, saßen wir zu Fünft am Tisch und ich war schon relativ short stacked, hatte nur noch 16.000 in Chips bei Ante 1.000 Limit 4.000/8.000. Nun finde ich Pocket 10, der Spieler vor mir hat Forced Bet, ich complete auf 4.000, bekomme einen Call und einen Raise in Person von Vlado Sevo der zu diesem Zeitpunkt noch etwa 12.000 Chips vor sich hat. Da vor Vlado eine Dame liegt, bin ich mir schon ziemlich sicher, dass ich gegen das Damenpaar spiele. Nun überlege ich mir, dass, wenn ich meine Hand nun folde, Vlado wieder einen Stack von etwa 30.000 hat. Ich werfe kurz einen Blick auf den Nachbartische und sehe, dass der kleinste Stack an diesem Tisch auch über 20.000 in Chips hat, also beschließe ich zu callen, und verliere meine Pocket 10 tatsächlich gegen die Damen. Der Side-Pot ging allerdings an mich und so blieben mir noch ein paar Chips übrig. Nur eine Hand später kam es zu folgender Situation: Peter Gelencser raist mit einem offenen Achter. Da ich diesen Spieler als sehr aggressiv einschätze, gehe ich mit ihm Heads-Up mit 8-9-D. Am Ende verliere ich mit Pocket 10 gegen einen Drilling 7 und muss mich als Bubble-Boy aus dem Turnier verabschieden, was natürlich sehr bitter ist.

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Anmerkung zur Turnierstruktur machen: am ersten Tag war die Struktur wirklich sehr schön und gut zu spielen. Am zweiten Tag, kamen dann allerdings Sprünge die ich für zu groß halte. Von Limit 1.000/2.000 ging es gleich zu Limit 1.500/3.000 und dann auf 2.000/4.000. Meiner Meinung nach, wäre das Turnier viel besser zu spielen wenn die Limits von 1.000/2.000 auf 1.200/2.400 steigen würden, dann auf 1.500/3.000, dann auf 1.800/3.600 und dann erst auf 2.000/4.000. Es kann ja nicht sein, dass man als massiver Chipleader nur aufgrund der Struktur in Bedrängnis kommt. Und noch eine zweite Anmerkung: am ersten Spieltag wurde das Turnier bereits nach acht Level beendet. Meiner Meinung nach, wäre es viel besser gewesen zehn Level zu spielen, da zum einen die Spieler ohnehin daran gewöhnt sind 12 bis 13 Stunden an einem Pokertisch zu sitzen und zum anderen bleibt den Spielern die noch am ersten Tag ausscheiden am Tag darauf mehr Zeit Cash Game zu spielen. Grundsätzlich möchte ich aber betonen, dass die Qualität von Personal wie auch der ausgetragenen Turnier eigentlich sehr hoch ist, genauso wie überhaupt der gesamte Ablauf des Turniers.

Ach ja ein kurzes Update zum CAPT Main Event in Baden bin ich euch noch schuldig. Wie in letzter Zeit so oft habe ich meinen Stack gleich zu Beginn des Turniers halbiert, konnte mich davon nicht recht erholen und bin dann relativ bald mit Pocket Jacks gegen A-8 ausgeschieden. Ich sage nur: Ace on the River! In letzter Zeit ist es wirklich oft so, dass ich vollkommen carddead bin und wirklich heftige Bad Beats einstecken muss. Ich hoffe, dass sich das bald wieder ändert.

Heute gehe ich bei der Poker-EM zu einem Buy-In von 4.000 Euro an den Start. Ich hoffe, dass es diesmal besser für mich läuft. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.

Bis dahin alle Gute an den Tischen!

Euer Markus Golser/jumper17.com

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