Stefan Rapp Stefan Rapp

In einem der letzten Blogs habe ich schon angekündigt, dass ich die neuen Cashout Turniere etwas unter die Lupe nehmen will.

Intuitiv war mir schnell klar, dass ein Chipverkauf gleichbedeutend mit der Aufgabe von Erwartungswert sein muss.
Ein altes Sprichwort sagt zwar:  „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“ – Aber das gilt doch wohl nicht für uns Pokerspieler … Oder? Doch nun mal zum technischen Teil: Der Preispool unterteilt sich in den Turnierpool und den Cashpool. Unser erwarteter Gewinn setzt sich also aus diesen beiden Komponenten zusammen. Welche Auswirkung hat ein Verkauf auf unsere Erwartung aus dem Cashpool? Die Antwort ist kurz und gut: Gar keine! Es wird zwar die Streuung (Varianz) verringert, da ich mir ja einen Teil meiner Erwartung sichere. Auf der anderen Seite verringern sich meine Siegchancen gleichermaßen, womit der Cashpool-EV um genau den ausgecashten Betrag  abnimmt.

Ein Rechenbeispiel:

MTT, 2400 im Cashpool, drei verbleibende Spieler, alle Spieler halten 240.000 Chips (300 Chips = 1US$). Der Cash-EV lässt sich leicht berechnen:  1/3(=Siegchancen) x 2400(=Cashpool)  = 800$
Verkauft nun einer der Spieler die Hälfte seiner Chips, so erhält er dafür  400$. Er hält danach nur mehr 20% der Gesamtchips, und der Cashpool beträgt nun 2000$: Sein EV nach dem Verkauf berechnet sich also:  0,2 x 2000 = 400$

Auf den Turnierpool EV hat der Verkauf allerdings eine negative Auswirkung. Da sich mein Chipstand verringert, sinken in natürlicher Weise auch meine Chancen auf einen der vorderen Plätze! Die richtige Taktik muss also lauten: Nicht verkaufen und voll auf Sieg spielen! icon wink Cash Out Turniere: Chips verkaufen?

 Euer Stefan

www.unipoker.at

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