Autor: Stephan Kalhamer | Gespeichert unter Allgemeines
Hallo FTP Community,
offline und ohne Einsätze im Golfclub Riedhof in Wolfratshausen machte ich bei einem Charity Event unter dem Motto „Golf meets Poker“ mit. Sonja Zietlow hatte es für einen Hundeförderverein ins Leben gerufen.
Der Abend war nett, auch pokertechnisch gab es Interessantes. Ich attestierte einer Dame bei ihren ersten Spielen auf grünem Filz statt Rasens. Sie war echt beeindruckt, wie weit man durch bloßes Folden und beobachten der Gegner doch kommt. Hin und wieder setzten wir ein klares Signal, errangen unmittelbar den Pot und waren am Finaltisch ohne wirklich etwas getan zu haben. Dann kam die Hand warum ich heute poste:
Wir waren unter den letzten Drei und saßen bei gigantischen Blinds im Small Blind. Der Button war ebenfalls neu in diesem Spiel und es war sicher, dass er, wenn er nicht Außergewöhnliches finden würde, offsuit folden, suited aber limpen würde. Er foldetet und ich hatte meinem Schützling schon vor der Hand gesagt, dass es nun einzig darauf ankäme, glaubwürdig alles zu setzen. Sie solle in die Karten schauen, keine Miene verziehen und All In schieben: any Two. Sie sah, überlegte und fragte.
Ein Any-Two-Push war nun nicht mehr möglich. Jeder hatte gesehen, dass uns unser Blatt nicht vom Hocker reißt. Doch wir hatten Glück. Wir hielten A3, was in dieser Situation klar for Value ist. Doch wie soll das mein Spieler wissen? Habe ich sie im Laufe des Abends schon ganz andere Kaliber mucken lassen. Aber eben auch unter ganz anderen Umständen. Hier ist Value, wir nutzen die Situation schieben unter (nicht einmal gespieltem) Geseufze All In, werden gecallt, haben die zu erwartende 60% Equity und gewinnen. Letztlich werden wir Zweiter.
An diesem Spiel sieht man, warum es so schwer fällt, bei Einsteiger auf deren Hand zu schließen. Einsteiger denken in Beispielen. A3? Das hatte ich schon einmal und da war es schlecht. Woher soll man denn wissen, welche Assoziation mit welcher Hand verbunden wird? Die Antwort ist leicht. Gar nicht. Es ist der Fehler des vermeintlich guten Spielers, wenn er versucht auf die Hand eines noch Unwissenden technisch zu schließen. Den Anfänger schlägt man, indem man gegen einen weiten Range spielt, selbst viel Value in der Hand hat und dann an Stellen Valuebettet, die gegen einen guten Spieler nur noch Bluffspots sind.
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer
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