Stefan Rapp Stefan Rapp

Jetzt bleibt nur noch zu klären, wie ein fairer Deal aussieht. Hierfür gibt es verschiedene Methoden, auf die ich im Folgenden kurz eingehen möchte:

Teilung nach Chipcount:

Dies ist die häufigste Methode zur Teilung. Ihr großer Vorteil liegt in der Einfachheit und der schnellen Berechenbarkeit. Jeder Spieler erhält zunächst das bereits „sicher“ erreichte Geld für den letzten Platz. Der Rest des Preispools wird anschließend im Verhältnis der Chips aufgeteilt. Haben alle Spieler in etwa gleich viele Chips funktioniert diese Art der Teilung sehr gut. Nur wenn die Chips sehr ungleichmäßig verteilt sind, hat die Methode Defizite, denn dann übervorteilt sie Spieler mit vielen Chips!

Teilung nach EV:

Keine Sorge! Ich will euch nicht mit komplizierten Formeln quälen, lediglich das Prinzip sollte erläutert werden. Am leichtesten geht dies wohl an einem kleinen Beispiel. Diese Methode hält sich an den mathematische Erwartungswert (EV= expected value). Ein Spieler, der zu 50% das Turnier gewinnt, zu 30% Zweiter wird, und zu 20% den dritten Platz belegt, soll demnach 50% des ersten Preises, 30% des Zweiten und 20% des dritten Preises erhalten. Eine absolut faire Teilung mit einem kleinen Schönheitsfehler: Leider sind die Wahrscheinlichkeiten nicht so leicht mit der Hand zu berechnen.

Oft ist das Preisgeld nicht das einzige was zählt: Eine „Best Overall“ Wertung, ein wichtiger Titel, oder eine „Side Bet“ eines der Spieler sind ebenfalls Dinge, die bei einer Teilung in Betracht gezogen werden können, und finanziell abgegolten werden sollten. Mein Tipp: Jeder Spieler sollte sich einmal Gedanken über Deals machen, und das nicht erst am Finaltisch, sondern in einer ruhigen Stunde zuhause …

Euer Stefan

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