Soraya Homam Soraya Homam

An jenem Abend begleitete der Croupier mich an einen Pokertisch, an dem ausschließlich Männer saßen. Unter dem angenehmen Licht des Pokertisches befand sich ein einziger freier Stuhl, als ob dieser nur auf mich gewartet hätte, denn die anderen Teilnehmer aus der Pokerspielerklärung wollten nicht unbedingt gleich pokern.

Ich ließ mich gemütlich nieder, fühlte mich rundherum wohl und genoss mein Dasein. Unter den Spielern befanden sich auch Iraner, die mich, wie alle anderen Spieler unauffällig, jedoch viel intensiver beobachteten.

Im Grunde sollte ich an jenem Abend für die bestehende Runde der Neuling „Freier“ oder der kleine Fisch in einem Becken voller Haie sein.
Bestenfalls war ich mit meinen dunklen, langen Haaren eine Frau die sich aus dem männlichen Phantasiegebilde des „orientalischen Harems“ herausgewagt hatte.

So oder so wurde ich an jenem Abend mal offen, mal subtil als selbstverständliche Verliererin angesehen.
Zum Glück hatte ich Euroschecks dabei und konnte genau wie die anderen das Buy-In von 500 DM auf den Tisch legen.
Nach vielen Stunden des Spielens, bis in die Nacht hinein, die nur so an mir vorbei rauschten, war ich nicht nur nicht die Verliererin, sondern gewann auch noch schöne Pötte.

Ich möchte aber betonen, dass, wenn eine oder einer sich das gewisse Buy-In leisten kann, dies keine Garantie für einen Gewinn ist, so wie ich es an jenem Abend erlebte.

Soraya Homam

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