Stephan Kalhamer Stephan Kalhamer

Hallo FTP Community,

gestern hieß es Monkeydart auf die Holecardmap! Doch wer genau hingesehen hat, dem ist wohl eine Ungereimtheit -ja, ein Fehler – in diesem Vergleich aufgefallen…

Die gestern abgebildete Matrix suggeriert dadurch, dass jedes Feld gleich groß ist, dass auch jede Starthand gleich häufig ausgeteilt wird. Dem ist aber nicht so.

Es gibt drei verschiedene Grundwahrscheinlichkeiten, die jeder Spieler kennen sollte.

Ein beliebiges bestimmtes Paar wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,45% ausgeteilt, jede bestimmte suited Kombination mit 0,3%, jede offsuit Kombination mit 0,9%.

So halten wir z.B. Asse in 0,45% aller Fälle, JTs in 0,3%, KQo in 0,9% und AK (ob nun suited oder nicht) in 1,2%.

Dies liegt daran, dass es unterschiedlich viele Möglichkeiten gibt, diese Kombinationen zu bilden:

Asse sehen konkret so aus: AsAh, AsAd, AsAc, AhAd, AhAc, AdAc. Es gibt also 6 mögliche Kombinationen.

Für AKs gibt es nur 4 Möglichkeiten: AsKs, AhKh, AdKd, AcKc.

Für AKo gibt es folgende 12 Möglichkeiten: AsKh, AsKd, AsKc, AhKs, AhKd, AhKc, AdKs, AdKh, AdKc, AcKs, AcKh, AcKd.

Damit gibt es für AK generell die 16 Möglichkeiten aus AKs und AKo.

Insgesamt gibt es „2 aus 52“ Möglichkeiten eine Starthand aus dem Deck zu ziehen, was 1.326 Ausprägungen umfasst. 4 / 1.326 ergibt die bereits erwähnten 0,3% Wahrscheinlichkeit, 6 / 1.326 = 0,45% und 12 / 1.326 = 0,9%.

Letztendlich müsste eine verteilungsgetreue Holecardmap also z.B. so beginnen um den Wahrscheinlichkeiten Rechnung zu tragen:

holecards details Ein detailierterer Holecard Überblick

Das würde die Sache aber nur unnötig verkomplizieren und ist auch nicht wirklich schön darzustellen. Für die Praxis genügt es zu wissen, dass die Felder unterhalb der Paardiagonalen dreimal so häufig auftreten als die entsprechenden oberhalb – eine bestimmte Kombination also dreimal so oft offsuit ist als suited. Weiterhin ist interessant, dass ein bestimmtes Paar halb so wahrscheinlich ist wie eine bestimmte offsuit Kombination.

Nun ist auch Schluß mit dem Mythos vom „perfect AK Read“: Wenn Preflop viel geht, dann hält man eben oft AA, KK, QQ oder AK. Da aber AA, KK und QQ zusammen mit nur 3 x 0,45% also 1,35% Gesamtwahrscheinlichkeit auftreten, AK alleine aber schon mit 1,2%, liegt man in fast 50% richtig, wenn man mutig auf AK tippt. Alle Fans der Readingskills z.B. eines Phil Ivey mögen also entweder überirdische Fähigkeiten besitzen oder aber einfach obige Grundwahrscheinlichkeiten kennen, wenn Sie hoffend prophezeien: „I put you on AK!“

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan M. Kalhamer

the-gambling-institute.de

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