Autor: Soraya Homam | Gespeichert unter Allgemeines
Die Pokergeschichte belegt, dass es im Jahre 1526 in Spanien eine Art Pokerspiel gab, dass „Primero“ genannt wurde. Es war zu seiner Zeit sehr beliebt und ging mit Wetten und Bluffen einher.
Eine Hypothese besagt, dass dieses Spiel die Mutter des heutigen Pokerns ist. Aus diesem Spiel entwickelte sich das Pochspiel (Pochen) in Deutschland. Die französische Variante Poque wanderte später nach Amerika aus. Auf diese Weise wurde Mitte des 18. Jahrhunderts New Orleans nicht nur der Entstehungsort des Jazz, sondern auch die Geburtsstadt des amerikanischen Pokerns.
Die Pokerliteratur beschreibt weiterhin, dass im 16. Jahrhundert in Persien, dem heutigen Iran, ein Kartenspiel namens „As-Nas“ gespielt wurde. Ein Spiel mit 25 Karten in fünf Farben. In diesem Spiel gab es eine Hierarchie der Hände. Im Iran heißt dieses Spiel schon lange nicht mehr „As-Nas“, sondern „Poker“ und wurde ab dem 16. Jahrhundert bis heute, trotz Untersagung, ohne Sang und Klang stets weitergespielt.
Obwohl „As-Nas“ fast alle Elemente des heutigen Pokerns und deren Rangordnungen beinhaltet und immer noch mit Abstand eines der beliebtesten Kartenspiele unter den IranerInnen ist, litt dieses Denkspiel in der iranischen Geschichte und durfte sich dort nicht weiter entwickeln. Denn in den nicht säkularen, islamischen Ländern sind jegliche Spiele um Geld und Wetten strikt untersagt. Selbst das Schachspiel litt zu Beginn der Re-Islamisierung im Iran vor ca. 30 Jahren unter diesem Ausschluss.
Das Kartenspiel hatte im Mittelalter, hier in Europa kein besseres Schicksal. In jener Zeit wurden die Spielkarten als das „Gebetbuch des Teufels“ geächtet und strikt untersagt. Ende des 13. Jahrhunderts gab es viele Spielkarten, die in der Regel nicht erlaubt waren. „Der ausführlichste Bericht stammt aus dem Jahr 1377 von Freiburg im Breisgau aus der Feder eines Dominikanermönchs, Johannes von Rheinfelden. Er spricht in seinem Verbot von insgesamt 52 Karten (je Farbwert 13 Karten). Die erste (höchste) Karte stellte das Abbild eines Königs dar. Danach kamen zwei Marschalle, wobei ersterer (Ober bzw. Dame) das Symbol nach oben und der zweite (Unter bzw. Bube) das Symbol nach unten hielt. Dazu kamen noch die Kartenwerte von 1-10 wobei das jeweilige Königsbild entsprechend häufig auf der Karte abgebildet war.“
Ihre Soraya Homam
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8 Responses to “Ein Katzensprung im „Gebetbuch des Teufels“ – Teil 1”
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Bahram Nikpur Says:
January 26th, 2009 at 8:33 amWieder was gelernt. Es ist schon spannend zu sehen wie sich die Welt geändert hat, im Mittelalter war der Islam weltoffen jetzt eher nicht
dafür haben die Christlichen Kirchen etwas dazugelernt bzw… -
Maria Says:
January 26th, 2009 at 10:49 amHallo liebe Frau Homam,
ich finde Ihre Darstellung sehr Interessant und wußte gar nicht, welch ein historischer Hintergrund dahinter steckt? Ich freue mich auf Ihren nächsten Artikel.
Maria -
Risus_Sardonicus Says:
January 26th, 2009 at 3:19 pmInteressanter Gechichtsausblick, v.a. der Hinweis auf die verschiedenen kulturellen Epochen, dessen Regenten einstimmig gegen das “Kartenspiel” waren.
Es wundert mich nicht das die Potentaten seinerzeit dem Poker mit Repression, Prohibition und großer Sorge entgegneten. Bedeutet doch Pokern im weiteren Sinne individuelle Lebensführung. Jene Attitüde wurde in einer gleichgeschalteten Gesellschaft nicht gedultet. Nicht zu erwähnen, daß manch ein Steuereintreiber dem Wahn verfallen war, im Gedanken an all die Taller, die dem Fiskus entgingen. -
George W. Says:
January 27th, 2009 at 1:29 amEs ist schon fesselnd wie und aus was sich das heutige Poker entwickelt hat.
Der Titel des Artikels lässt mich auf weitere Katzensprünge hoffen. -
Reniar Says:
February 3rd, 2009 at 3:26 amDieser Artikel ist nicht nur sehr informativ, sondern man merkt ihm auch an, dass jedes Wort sorgfältig abgewogen wurde, bevor es die “Tastatur verließ.” Es macht viel Freude, genau solche Texte zu lesen, die mit viel Verstand und der großen Pokertugend Geduld verfasst wurden!
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Oliver Neumann Says:
February 9th, 2009 at 5:24 amdanke für den kleinen geschichtsunterricht! sehr interessant und gut recherchiert.
bemerkenswert wie sich die geschichte verändert hat. damals hatte die kirche jedoch noch die ehrenwertesten gründe das spiel verhindern zu wollen. immerhin wollte sie ihre schäfchen beschützen.
heute sieht es leider anders aus. der staat verflucht das spiel unter dem deckmantel des schutzes der bevölkerung. das gelingt ihm nur nicht all zu gut, denn offensichtlich hat er ein grosses interesse am spiel zu gewinnen.
leider wahren wir im 14. jahrhundert nicht dabei als johannes von rheinfelden die karten verfluchte. und vielleicht hat er beim kartenspiel viel gold verloren. seine wahren beweggründe bleiben uns verborgen. jedoch sollten wir wachsam sein, denn heute sind wir alle live dabei wenn unsere bundesregierung mit gespaltener zunge spricht.
heute sind wir emanzipiert und haben ein mitbestimmungsrecht das wir bei jeder passenden gelegenheit einfordern sollten.
eines ist jetzt schon klar. pokern kann man uns heute nicht mehr vernieten…
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Nick Says:
February 9th, 2009 at 8:56 amSehr geehrte Frau Homam,
Eigentlich dachte ich bis Heute, dass Poker nur im “Wilden Westen” von den Goldsucher gespielt wurde, aber nach dem ich diesen mühevoll recherchierten Bericht gelesen habe, hat sich meine Meinung grundsätzlich geändert. Vielen Dank für die Aufklärung. Ich hoffe dass ich bald erneut etwas von Ihnen zu lesen bekomme. -
uninvited Says:
August 2nd, 2009 at 3:34 amSehr interessanter Artikel. Danke – und bitte mehr davon !

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