Soraya Homam Soraya Homam

Was steckte  hinter den Befürchtungen der Obrigkeit? Die Sorge um sich, oder die Angst vor dem klugen und unbequemen Menschen, der wie eine Katze wachsam lebte, dachte, spielte und unabhängig sein wollte? Manche Theoretiker gehen davon aus, dass „As-Nas“ die Mutter des Pokerns sei.  Leider musste  diese Pokermutter für ihre weitere Entwicklung und Entfaltung ins Exil gehen.

Im selben Jahrhundert, in dem „As-Nas“ als Zeitvertreib gespielt wurde, durften die Katzen im Iran  entspannt herumlungern, im Gegensatz zu den Katzen hier in Europa. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts war dort die Langhaarkatze ein Lebewesen wie alle anderen Katzen.  Nur die Obrigkeit wusste, welch eine majestätische Pracht eine Langhaarkatze ausstrahlen kann, wenn sie satt, sauber und gekämmt auf deren Schoß sitzt. Im Gegensatz zu den Hunden gehörten die Katzen, ob kurz-oder langhaarig, zu vielen iranischen Haushalten.
Sie mischten sich gerne unter die breite Masse, lebten jedoch unabhängig von ihr. Sie bestimmten selbst, wann sie kamen oder gingen.

In der Zeit, in der die Katzen im Mittelalter als „Teufelswesen“ geächtet und getötet wurden, waren die Langhaarkatzen in Europa unbekannt. Die Katzenliteratur beschreibt, warum sie hier im Elend leben mussten.
„Mit der Hexenverfolgung, die etwa 300 Jahre dauerte und vom 16. bis zum 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte, mussten auch unzählige Katzen durch Feuer, Schwert oder auf andere grausame Weise ihr Leben lassen.“

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4 Responses to “Ein Katzensprung im „Gebetbuch des Teufels“ – Teil 2”

  1. Cress Says:
    February 9th, 2009 at 7:19 am

    Wollen wir hoffen, dass alle Katzen und sonstigen Lebewesen irgendwann ihr Leben freiheitlich gestalten können – wiederum ein schöner Text, der hintergründig ist.

  2. Abraham Lincoln Says:
    February 10th, 2009 at 1:45 pm

    Nach einer Onlinepoker – Session lese ich gerne Blogs und Kolumnen und das auch schon seit längerem. Es freut mich mal eine andere Art von Artikel zu lesen.

  3. Maria Says:
    February 11th, 2009 at 8:50 am

    Hallo Fr. Homam,
    wie schön, dass man beim Pokern in jeder Hinsicht
    schwer weg schauen kann.
    Danke, wann kann ich weiter lesen?

  4. Kassandra Says:
    February 12th, 2009 at 12:55 pm

    Kann man denn sicher sein, ob nicht jemand in der Zukunft wieder historische Ereignisse leugnen möchte….?

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