Autor: Stephan Kalhamer | Gespeichert unter Allgemeines
Hallo FTP Community,
wir spielten deepstack 7-handed als sich folgende Hand ergab. Hoffentlich ist sie interessant für euch.
Die Blinds sind 25-50, aus Midposition wird auf 300 ein Openraise gespielt. Alle folden bis zu George im Big Blind. Dieser zahlt, was niemanden überrascht, warum auch 6 Big Blind zur Spieleröffnung keineswegs teuer erscheinen.
Am Flop kommt AT9 mit zwei Spades auf den Tisch. George spielt gegen die 300er Conti Check-Call. Am Turn erscheint eine non-spades Queen und George spielt erneut Check-Call. Diesmal aber gegen eine Wette von 2.000.
Am River schließlich kommt der King of Spades und George check-callt das All In von 3,2k.
Die Midposition zeigt mit AJ eine Straße, hatte am Flop das Toppaar. George gewinnt mit einem sehr kleinen Flush ohne Extras auf irgendeiner Straße, doppelt auf.
Das bedeutete harte Arbeit für mich. George triumphiert, jeder einzelne Chip in seinen Händen scheint ihm Recht zu geben. Aber wenn ich ihm helfen will, muss ich ihm sagen, dass ich in allen Straßen anders zu spielen rate, oft sogar zwingend nahe lege.
Preflop: Man ist über 100 BB deep, hier macht George den kleinsten Fehler mit seinem Call. Klar bleibt aber, dass er wissentlich die schlechtere Hand out of Position und passiv spielt.
Flop: George hat einen Flushdraw. Was erwartet er denn von kleinen suited Cards? Das ist kein schlechter Flop, man merkt aber deutlich, wie schlecht es ist Out-of-Position zu spielen. Es ist schwer hier, für billiges Geld den Kredit für zwei Karten zu erkaufen oder genug Respekt für den unmittelbaren Gewinn aufzubauen. So hat er Glück, dass ihn die etwas kleine Contibet ungefähr einpreist.
Turn: Der Pot ist hier bei 1.225 und die gegnerische Bet kommt mit 2k hammerhart. Hier zu bezahlen ist, wenn überhaupt, dann nur unter vielen vielen Annahmen möglich und selbst dann nicht wirklich effizient. Eine dieser Annahmen ist: maximale Implied Odds.
River: George checkt nach Treffer. Er muss hier einfach anspielen. Unglaublich was er für ein Glück hat, dass das einzige Out kommt, welches der Spieler nicht behind checkt und damit den 2k Call am Turn taktisch endgültig beerdigt.
Schlussendlich ein Spiel welches gut erklärt warum Poker so schwer zu erlernen ist. Es scheint ja gar offenbar, dass George alles richtig gemacht hat. Wer gewinnt, hat schließlich Recht und das ist auch gut so.
Heute um 10 geht es bei mir weiter, mal sehen. Gestern in Haibach übrigens ergab sich nicht viel. Ich baute erst etwas Chips auf, lief dann aber bei für alle Parteien hohen Blinds mit AQ in AA, wurde short und kurz darauf war es auch schon aus. Dann noch etwas Cashgame mit einer euphorisch-aggressiven Weinschorle am Tisch und ab ins Bett.
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer
the-gambling-institute.de
Popularity: 5% [?]
Letzte Einträge
- WSOP Event #6 – Scott Clements am Final Table
- Widererwartender Heads-Up Spaß
- Das Gegenteil…
- German High Roller #3 Hand Nr. 3
- EPT Monte Carlo – Tag 3 zu Ende


(10 x bewertet, Durchschnitt: 3.40 bei 5)