Autor: Stefan Rapp | Gespeichert unter Allgemeines
Nachdem ich im Bellagio bei meinem ersten Antreten heuer gleich am Finaltisch war (4. Platz), dauerte es bei der WSOP im Rio etwas länger. Doch beim vierten Turnier und der vierten unterschiedlichen Disziplin hat es dann zumindest mit einem Cash geklappt.
Im Event# 35, einem 1.500$ Seven Card Stud Turnier erreichte ich den 21. Platz und erhielt für meine Bemühungen 3.640$. Insgesamt starteten bei diesem Event 381 Teilnehmer und die verbleibenden 8 Finalisten werden heute um den Löwenanteil des Kuchens kämpfen (1. Platz 135.000$).
Bei mir gestaltete sich das Turnier gestern als reinste Achterbahnfahrt. Kaum konnte ich einen schönen Pot gewinnen, verlor ich auch schon wieder eine Hand. Im Nachhinein betrachtet hatte ich durchaus meine Chancen bei diesem Event. Dreimal hatte ich einen meiner Gegner all in und war bis zur letzten Karte vorne. Leider konnte ich keinen dieser wichtigen Pots gewinnen. Mit ein bisschen mehr Glück, oder einfach weniger Pech, hätte es gut und gerne mein erster WSOP Finaltisch werden können.
So ist Poker, da erreicht man endlich mal die Geldränge und ist dann trotzdem furchtbar enttäuscht und frustriert, da man ja eigentlich viel mehr wollte! Es ist einfach unheimlich schwer sich gegen so große Teilnehmerfelder, egal in welcher Disziplin durchzusetzen. Jeder Spieler, der mit der Einstellung nach Las Vegas kommt: „Ich hole mir heuer mein Bracelet ab“, ist wohl Fehl am Platz! Ohne das nötige Glück, zum richtigen Zeitpunkt, und das drei Tage lang hat man einfach keine Chance. Wie ist es dann möglich, dass manche Spieler 5 oder mehr WSOP Titel haben? Ganz einfach, diese Spieler nehmen seit mehr als 15 Jahren an so gut wie jedem Event teil (heuer 54!). Davon abgesehen, dass noch vor einigen Jahren die Felder um vieles kleiner waren (und damit das siegen um einiges wahrscheinlicher), versteht es sich von selbst, dass man bei 400 gespielten Events eine Hand voll gewinne wird. Vor allem da diese mehrfachen Bracelet Gewinner ja hervorragende Pokerspieler sind. Nichts desto trotz hätten auch sie nicht ohne eine gewisse Quantität an gespielten Turnieren so viele gewinnen können.
Ich halte nun insgesamt bei 7 WSOP Starts (3 Reisen nach Las Vegas), davon waren zwei Main Events mit über 8000 Teilnehmern, zwei 1.500$ NL Holdem „Massenevents“ mit über 2500 Spielern und drei „exotischere“ Turniere (Limit Holdem, Limit Stud, Omaha/Holdem mix) mit Feldern zwischen 250 und 450 Teilnehmern. Einmal konnte ich bisher in den Geldrängen landen und trotzdem kann ich noch erhobenen Hauptes durchs Bellagio schreiten, da ich weiß, dass meine Leistung erst nach weiteren 393 gespielten Events mit denen der Stars verglichen werden kann!
Ich werde jetzt mal 2 Tage Turnierpause einlegen und mir ein paar Attraktionen in Las Vegas gönnen. Am Sonntag greife ich dann wieder mit einem 1.500$ Limit/No Limit Holdem Mix Event ins Geschehen ein.
Euer Stefan
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