Stefan Rapp Stefan Rapp

Im letzten Blog habe ich Poker von den reinen Glückspielen abgegrenzt, wenn auch der Zufall eine gewisse Rolle spielt.

Eine ganz andere Art von Spielen sind die kombinatorischen Spiele, wie zum Beispiel Schach, Mühle, oder das asiatische Spiel Go. Beide (oder alle, wenn mehr als zwei Mitspieler möglich sind) Spieler haben zu jedem Zeitpunkt komplette Information über das Spielgeschehen. Der Zufall spielt keine Rolle, denn es sind weder Würfel noch Karten im Spiel. Der Spielverlauf wird einzig und allein durch die immense Anzahl an Kombinationen bestimmt. So wurde vermutlich noch nie ein und dieselbe Profi-Schachpartie zwei Mal gespielt. Die kombinatorischen Spiele sind sicherlich die intellektuell anspruchsvollsten. Die Möglichkeiten beim Schach sind so vielfältig, dass es für das menschliche Gehirn in vielen Situationen unmöglich ist, mehr als 4 Züge vorauszusehen. Selbst Computer, die dank immer schnellerer Prozessoren und verbesserter Algorithmen, Millionen und Abermillionen Situationen/Sekunde analysieren, sind im Schach noch immer nicht unbesiegbar, auch wenn in der Zwischenzeit der Vorteil klar bei den Computer-Programmen liegt.
Das Spiel Backgammon ist ein schönes Beispiel für ein kombinatorisches Spiel mit einem Zufallselement (Würfel). Es kommt nicht von ungefähr, dass viele ehemals erfolgreiche Backgammon Spieler sich nun auch in der Pokerszene behaupten. Auch im Poker spielt der kombinatorische Aspekt eine wichtige Rolle, jedoch kommt anders als beim Backgammon noch ein weiteres Element hinzu: Der unvollständige Informationstand der Spieler!
Dieser Gesichtspunkt ist wohl am prägendsten für das Pokerspiel. Man stelle sich Hold’em Poker mit offenen Holecards vor. Das Spiel würde sofort zur Farce werden. Mehr zum strategischen Aspekt im nächsten Blog .

Euer Stefan

www.unipoker.at

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