Posted by Stefan Rapp | Filed under Allgemeines
Nach einer ca. sechswöchigen Turnierabstinenz wagte ich mich gestern beim Wiener Spring Poker Festival im Concord Card Casino wieder mal in den internationalen Turniercircus.
Nach meinem dreiwöchigen pokerfreien Erholungsurlaub im sonnigen Florida fühlte ich mich topfit und hatte wieder einen freien Kopf nach meinem nicht so erfolgreichen Abschneiden bei den Aussi Millions in Australien. Zusammen mit meinem Bruder Rainer fuhr ich also guter Dinge zum 500€ + 50€ (+ ein optionales Rebuy um 500€) NLH Event in die österreichische Hauptstadt. Pünktlich um 17 Uhr wurde das Turnier mit den blinds 25/25 gestartet. Jeder der insgesamt 121 Teilnehmer erhielt 3000 Startjetons.
Leider gestaltete sich mein Start gar nicht so erfreulich. Nachdem ich im ersten Level das dritte Mal in Folge eine spielbare Hand fand – Qd Qh – (zuvor hatte ich 66 und 88) glaubten mir meine Gegner nicht mehr. Drei Spieler entschieden sich mein Raise auf 125 zu callen. Der Flop brachte Jd 6d 2h und ich machte ein bet in der Höhe von 425. Der Spieler zwei Plätze hinter mir überlegte kurz und raiste auf 1300. Nachdem alle übrigen gefoldet haben entschied ich mich mit meinen restlichen Chips (in Summe 3100) all in zu gehen. Ich wurde sofort gecalled und befürchtete in ein Set gelaufen zu sein und nicht in die erhoffte Hand Ax Jx. Doch wieder lag ich falsch. Mein Gegner hielt Ad 3d und war damit auf dem Flush Draw welcher auch am Turn sofort kam und ich hatte die Ehre als erster meines Tisches die Rebuy Option wahrzunehmen. Die nächsten beiden 30 Minuten dauernden Levles konnte ich mich auch „nur“ schadlos halten und so ging ich mit einem Stake von ca. 3200 in die Essenspause. Im beheizten Zelt vorm CCC wurde allen Turnierteilnehmern ein hervorragendes Buffet aufgetischt und vor allem bei den leckeren Wiener Mehlspeisen konnte ich mich wieder mal gar nicht zurückhalten.
Gestärkt versuchte ich die ersten drei Levels abzuhaken und das Turnier wurde mit den Blinds 75/150 fortgesetzt. Nach dem alle Rebuys getätigt wurden, stand auch der Preispool in der Höhe von 98.500€ fest. Interessanter Weise machte an meinem Tisch nur ein einziger Spieler – außer mir – das optionale Rebuy und somit war ich zumindest auf meinem Tisch halbwegs im Average.
In der letzten Hand des 4. Levels erhielt ich Kx Kx under the gun. Ich entschied mich nur zu limpen und begann mich schon zu ärgern da sich kein Raiser finden wollte, dafür aber zwei weitere Limper, als endlich doch noch das Big Blind all in annoncierte und seine restlichen 1600 Chips über die Linie schob. Ich ging ebenfalls mit meinen 2600 Chips all in und die übrigen Limper entsorgten ihre Karten. Überraschenderweise hielten meine Könige gegen 9s 8s und ich eliminierte meinen ungarischen Sitznachbarn. Gleich in der nächsten Hand bekam ich wieder meine verhängnisvollen Damen im Big Blind. Der Spieler in Zweiter Position erhöhte auf 450 (in der Zwischenzeit waren die Blinds 100/200). Der Spieler am Vorbutton ging all in mit 3200 und ich entschied mich erneut all meine (mittlerweile 4500) Chips in den Pot zu investieren. Der ursprüngliche Raiser warf weg und ich spielte gegen Ax Kx. Im Flop kam die Ass und am River der König und somit war ich wieder der short stake an meinem Tisch. Ein paar Hände später verabschiedete ich mich dann mit Kc 10c gegen Ac Jc von diesem Event.
Als ich, bei einem Heinecken an der Bar, das Turnier noch mal Revue passieren ließ, kam ich zum Schluss, dass dies wohl wieder mal so ein Tag war an dem man alles richtig gemacht hat und trotzdem nichts funktioniert hat, mit anderen Worten: Das war einfach nicht mein Tag!
Die letzten vier Spieler machten einen Deal und den Siegerpokal plus 24.500€ holte sich Stefan Jedlicka (AUT). Der Zweite Turmezey Peter (HUN) erhielt 15.900€ und Bedik Jan (SLK) durfte sich noch über 11.850€ freuen.
Zum Schluss noch etwas positives: Mein Bruder Rainer erreichte den 17. Platz und erhielt zumindest sein buy in zurück. Todmüde fuhren wir dann in den frühen Morgenstunden wieder heim nach Linz um erneut Energie zu tanken für das 3000€ NLH main Event am Dienstag, von dem ich dann hoffentlich erfreulicheres berichten kann. Aber wie heißt es so schön: Nach einer verpatzten Generalprobe folgt ….
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