Posted by Stephan Kalhamer | Filed under Allgemeines
Hallo FTP Community,
wie im längst zum Klassiker avancierten gleichnamigen Hollywoodstreifen plättet King Kong auch am Hold’em-tisch so ziemlich alles, was sich in den Weg stellt. Damit euren Pocketkings aber nicht das gleiche Ende widerfährt wie dem legendären Riesenaffen, fasse ich hier einiges zu dieser Starthand zusammen…
Mein letzter Beitrag über die Rockets hat implizit gleich die größte Achillesferse der Könige genannt: fast jeder vierte Flop enthält ein Ass – natürlich ein Desaster für Könige auf der Hand. Hat man preflop noch gut 99,5% aller möglichen Startkarten klar im Griff, stellt sich bei einem Board mit Ass die ultimative Frage: „far ahead or far behind?“
Denn hat der Gegner ein Ass, so hilft meist nur ein Set auf Turn oder River, um noch gewinnen zu können. Und: Zweimal zwei Outs sind nun mal sehr sehr dünn.
Hat der Gegner aber keine Ass und bezahlt tollkühn mit einem kleinerem Treffer oder Pocketpaar, so bleiben diesem Helden gerade fünf Outs für Trips oder Twopair im Trefferfall bzw. zwei Outs für ein Set.
Einen Kompromiss stellen Drawszenarien dar. Hier kann je nach Board alles geboten sein. Vom klassischen Gutshot von 4 Outs bis hin zum Hit mit Flushdraw. Dieser steht vs. Kings bei 14 Outs und ist somit bis zum River etwa gleich auf. Kommen zusätzlich noch Straßenmöglichkeiten dazu, rult eine solche Made-Draw-Kombo gar die aktuell stärkere Madehand.
Doch zurück zu den Kings selbst: „Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.“ Da Kings nur Asse zu fürchten haben, diese aber sehr selten ausgeteilt werden, dürfen sich Könige auch wie solche benehmen und gerade preflop gerne frech setzen. Das Risiko, leider ausgerechnet auf Asse zu treffen und deshalb „sicherheitshalber“ vom Gas zu gehen, ist meist vom Risiko gerade deswegen ausgeflopt zu werden, eindeutig dominiert.
Setzt also und schützt die Könige vor schwierigen Postflop-Entscheidungen! Wir haben allen Grund anzunehmen, preflop weit vorne zu sein, und jeder, der das nicht glauben will, soll für sein Lotterielos auf einen tollen Flop kräftig bezahlen. Postflop dann sind Kings als Overpair gegen einen schon preflop isolierten Gegner locker zwei Potsizewetten wert, oft auch mehr. Hier kommt es auf die Kommunikation an, die bei den Bets mitschwingt:
Fragt die erste Wette „nur mal lose einen Treffer an“ oder schon gezielt nach dem Toppair?
Bejaht das Raise die Frage nach dem Toppaar oder schlägt es ein solches bereits?
Je nach eigenen Image und Gegnerprofil gilt es dann, ab einer dritten Potsizewette zu verzweigen.
Bis dahin aber dürfen – ja sollten – in den allermeisten Setups Kings preflop bis zu ca. 100 BB bereit sein, broke zu gehen. Denn nur all zu oft rulen sie. Postflop ist es meist fehlerhaft hinter jedem Raise gleich ein Set zu sehen. Wer preflop seine Hausaufgaben gemacht hat, sollte postflop sein Overpaar zügig, respektvoll aber ohne Angst Richtung All In führen.
Fazit: Wir spielen Kings in der Regel straight und aggressiv als gäbe es preflop keine Asse, am Non-Ace-Flop keine Sets. Zu oft sieht man solche Setups im Fernsehen, wie King Kong eben auch…
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer
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