Stephan Kalhamer Stephan Kalhamer

Hallo FTP Community,

gestern Abend feierte Royal Flush Regensburg e.V.  seine Eröffnung. Ich gehe heute also mal unter die Vereinsmeier. Dass e.V. in einem Beitrag von mir nicht für expected Value, sondern für eingetragener Verein steht, ist sicher seltener als so mancher Badbeat.

Der von Jürgen Bachmann und Michael Godlewski seit Jahren umsichtig geführte Pokerclub ist nun eingetragener Verein mit fixer Location – einem Vereinsheim. Warum schreibe ich hier und damit überregional  über Geschehnisse aus meiner kleinen Heimatstadt?

Weil ich den Ansatz echt gut finde. Hier ein Auszug aus der Satzung

Punkt 2 „Ziele und Aufgaben“:

2.1 Ziel des Vereins ist es, das Pokerspiel als Strategie- und Gesellschaftsspiel und eine sportliche Disziplin, die in besonderem Maße geeignet ist, der strategisch-geistigen und charakterlichen Erziehung zu dienen, zu etablieren.

2.2 Aufgaben des Vereins sind die Förderung des Pokerspiels durch die Durchführung von Turnieren sowie die Förderung der Geselligkeit unter den Mitgliedern.

2.3 Das Spielen mit und um Geld wird hiervon ausdrücklich ausgenommen, nicht unterstützt und in keiner Weise gefördert.

2.4 Es soll ein Vereinsheim unterhalten werden.

2. Der Verein ist parteipolitisch, konfessionell und weltanschaulich neutral.

Sehr lobenswert finde ich!

Noch heute haftet Poker in Deutschland ein zweifelhaftes Image an – zu Unrecht. Modernes Pokerspiel ist kein Gezocke. Es verbindet Menschen in einem friedlichen Wettstreit auf geistiger Ebene. Darum war es mir eine Ehre diesem Verein beizutreten, am gestrigen Eröffnungsfreeroll nahm ich gerne Teil.

Hier ein paar Eindrücke:

royalflushclubheimeroffnungregensburg2 Klein aber feinroyalflushclubheimeroffnungregensburg3 Klein aber fein

Leider hatte ich nur mäßig Erfolg:

5k erhielt man als Startstack, die 20 Minuten Blindlevel starteten bei 25-50. Für Level 1 kam ich leider zu spät, in Level 2 (50-100) callte ich ein Midpositionraise vom Button mit 88. Standardmässig ist das eine 3-Bet. Denn ich denke, ich habe mit den Achtern den vermuteten Openraise-range im Griff. Doch hier – auf einem Freeroll in meiner Heimatstadt – wird gegen mich nie gefoldet, gerne auch All In gesagt. Ich kann ein All In nicht halten und will nicht den Flop um alles bluffen. Deshalb wählte ich die Variante Call. Ein Ass im Flop, ich checke behind. ein König am Turn und ich folde die Bet. Nichts spektakuläres, ich wollte den Flop im beschriebenen Kontext nicht als Bluff contibetten. Die Entscheidung ist analog der Preflop-Entscheidung.

In Level 3 dann buste ich. Es war die letzte Hand vor der Pause, wir saßen nur zu fünft und ich spiele zum zweiten Mal etwas anderes als Fold. Ich openraise bei Blinds von 100-200 und ca. 20 Big Blind im Stack mit AQ aus UTG auf 600. Gleich UTG+1 sitzt im Boot. Er covert mich deutlich. Der Small Blind hüpft mit rein, der Big blind foldet zu meiner Überraschung. Ein zweifarbiges „Ass-hoch mit zwei Babies“-Board check-raise ich All In. Es war nur etwas mehr als ein Minraise von mir, da UTG+1 1.500 angespielt hatte und der Small Blind gefoldet hatte. Ich spiele dies hier klar in der Intention „for Value“, doch höre einen Insta-call und bin runter auf 2 Outs. AK mit Flushdraw steht gegen mich. Ich stehe auf und gratuliere.

Warum schrieb ich oben „mäßig erfolgreich“? Lief doch alles schlecht! Zumindest war mein Timing gut. Nur wenige merkten, dass ich so früh bustete, denn es standen gerade ja alle zur Pause auf. So musste ich nicht gleich im Affekt die Geschehnisse schildern, sondern kann heute in Ruhe schriftlich beichten.

Euch und heute vor allem diesem wirklich fördernswerten Verein alles Gute!

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan M. Kalhamer

the-gambling-institute.de

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