Autor: Soraya Homam | Gespeichert unter Allgemeines
Inzwischen weiß ich, sich am Pokertisch zu ärgern bringt keine Frau weiter.Natürlich ärgert es auch einen Mann, der irgendwelchem absurdem Verhalten ausgesetzt ist.
Um all diese Konflikte besser zu meistern, benötige ich mehr, als nur die Pokertechniken meiner Gegner zu lesen. Dies war wahrscheinlich meine erste Begegnung mit der Pokerpsychologie.
Weder konnte ich es erreichen, noch wollte ich, dass die Spieler sich so verhielten, wie ich es im normalen gesellschaftlichen Umgang, fernab vom Pokertisch, wünschte und schätzte. Jedoch stand es in meiner Macht, mich zu verändern, mich zu stärken, um einen kühlen Kopf bewahren zu können, der damals wie heute das A und O für den Erfolg am Pokertisch ist.
Ich bin mir sicher, wenn es damals nicht ums Pokern gegangen wäre, hätte ich mich diesen neuen Strapazen nicht ausgesetzt. Außerdem hatte ich bis dahin das Gefühl, dass ich meinen Teil des gesellschaftlichen Widerstandes bereits geleistet hatte, in dem ich mich damals in Bezug auf das Schachspiel nicht als „junges, dummes Mädchen“ brandmarken ließ – ohne zu wissen, dass ich mich, anhand eines Zufalls, beim ersten Spiel am Pokertisch, in fast genau dieser Situation befand. Meine Gegner waren auch dieses Mal ausschließlich Männer.
Natürlich spielten auch Frauen in den Casinos Poker. Jedoch hatte ich immer den Eindruck, dass sie dies nicht langfristig planten, sondern eher, wenn sie Lust, Zeit oder das nötige Budget dafür hatten, sporadisch vorbeikamen. Außerdem genoss das Pokern im Allgemeinen, im Gegensatz zu heute, keine große gesellschaftliche Akzeptanz.
Inzwischen waren fast sechs Monate vergangen und ich spielte weiterhin Poker. Ich kam an den Punkt, an dem ich mich entscheiden musste, ob ich dabei bleiben wollte oder nicht. Letztendlich war für mich die Faszination so groß, dass ich mich entschied, mir weiter Zeit zu geben, um zu sehen, wie es sich für mich entwickelt.
Denn das Spiel hatte mein Leben völlig umgekrempelt.
Schleichend hatte sich das Pokern zu mehr als einem Hobby entwickelt und nahm immer mehr Raum in meinem Leben ein.
Heute bin ich froh, dass ich mir damals die Zeit gegeben habe, um mein Interesse am Pokern noch tiefer zu erkunden. Trotz kritischer Phasen, die nun einmal zum Pokern dazu gehören, spiele ich leidenschaftlicher denn je.
Soraya Homam
Popularity: 9% [?]
Letzte Einträge
- Erwünschte Solidarität
- Meine Faszination beim Poker
- Doppelter Bluff
- Schlechter Lauf! Was tun?
- Unerwarteter Enthusiasmus!

(26 x bewertet, Durchschnitt: 4.69 bei 5)