Markus Golser Markus Golser

Letzte Woche habe ich an der European Poker Tour in Dortmund teilgenommen. Die Organisation des Events war, wie zu erwarten, enttäuschend. Allerdings…

waren wir diesmal schon vorgewarnt, denn bereits die beiden Jahre zuvor hat sich die Organisation durch Nicht-Funktionieren ausgezeichnet. Demnach war die Enttäuschung nicht so groß. An der Tagesordnung: lange Wartezeiten beim Einchecken zu Turnieren, Floormen die minutenlang nicht auf Zurufe reagierten und Showeinlagen, die zwar nett gemeint, aber völlig fehl am Platz waren. Einzig das Essen war in diesem Jahr besser, als in den Jahren zuvor.

An meinem ersten Spieltag war ich bis zum sechsten Level als supershort Stack unterwegs. Mein Stack pendelte durchgehend zwischen 4.000 und 9.000 Chips. Als ich im sechsten Level dann die Könige bekam, konnte ich mich auf 13.000 in Chips verdoppeln und dann fing es auch an richtig gut zu laufen. Ich hatte mit all meinen Moves das richtige Timing, verlor keine großen Pötte. So konnte ich Tag 1 mit 44.000 Chips beenden.

Am zweiten Spieltag kam ich dann mit Sandra Naujoks an einen Tisch. Sie fragte mich, ob ich denn schon Angst hätte, wieder mit ihr an einem Tisch zu sitzen, da sie mich bereits zweimal in einem Turnier vom Tisch genommen hat. Angst? Nein, liebe Sandra! Ich lasse mich gerne von dir vom Tisch nehmen, wenn du meine Chips danach nicht sinnlos verspielst und das hat du in diesem Turnier ja nun wirklich nicht gemacht. Ich möchte dir an dieser Stelle noch mal ganz herzlich gratulieren – very nice Job!

Nachdem ich einen Pot verloren habe – dreimal dürft ihr raten gegen wen – wurde unser Tisch aufgelöst. An meinem neuen Tisch bewegte sich anfangs nicht viel. Nach einiger Zeit gesellte sich Florian Langmann zu uns.

Verschätzt

Als Florian in erster Position auf 2.500 raiste, saß ich im Big Blind mit Qc-9c. Die Blinds lagen zu diesem Zeitpunkt bei 500-1.000, 100 Ante. Ich hatte einen anständigen Stack und so callte ich 1.500. Der Flop brachte 2d-5x-Qd. Ich checkte, Florian betete 3.500. Ich hab kurz auf seinen Stack gesehen und schätzte ihn auf ca. 17.000. Als ich meinen Blick auf Florians Stack richtete, schoss mir der Gedanke ihn schnell zu raisen um einen Flush Draw vorzutäuschen – wenn ich geschlagen bin, bin ich geschlagen, aber ich wollte die Möglichkeit nutzen, eventuell noch von kleineren Paaren wie 6s bis Js gecallt zu werden. Florian callte sehr schnell und zeigte mir 5-5. Ich habe diese Hand verloren, doch zu meiner Überraschung waren es nicht 17.000 die ich bezahlen musste, sondern 27.000. Das schmerzte natürlich! Ich hasste mich ca. 10 Minuten lang selbst ohne Ende für diesen Fehler, denn 17.000 war gerade so die Schmerzgrenze für mich, um diese Hand so zu spielen. Ein Tipp von mir: immer den Stack eures Gegners genau ansehen;)! Ich hatte meine Emotionen aber unter Kontrolle und blieb ruhig.

Wir sind noch im selben Level: Spieler UTG raist auf 3.000. Ich finde QQ, reraise auf 8.500, alle anderen Spieler passen und der Original-Raiser geht mit 23.000 All-in. Ich überlege kurz und calle. Er zeigt As-8s. Im Flop liegt Ax-Ts-3s, Turn und River bringen keine Verbesserung für mich. Dass ich diesen Pot verloren habe, war sehr schade, denn anstatt 60.000 zu haben, blieben mir nur noch 10.000 Chips übrig. Die habe ich in die nächsten Hand A-6o investiert. Florian callte mich mit A-Q und vorbei war die EPT Dortmund für mich. Der einzige Wehrmutstropfen für mich ist, dass Florian ein gutes Resultat erzielt hat – er wurde Neunter. Gratulation!!!

Am Samstag machte ich mich auf den Weg nach Rotterdam, um bei einem Turnier von Lords of Poker mitzuspielen. Ich konnte kein Preisgeld gewinnen, mir wurde aber zugesagt, dass ich 2.500 Euro für Charity Zwecke bekommen werde. Ich war bei diesem Turnier mit meinem Spiel zufrieden, habe es ernst genommen, auch wenn es für mich um nichts ging. Die 2.500 Euro werde ich nun für einen guten Zweck verwenden. Ich denke da an arme oder kranke Kinder, egal welcher Art. Ich werde dieses Geld persönlich überreichen und freue mich schon, damit eine gute Tat zu vollbringen.

Bis bald
Euer Markus Golser/jumper17.com

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