Posted by Stephan Kalhamer | Filed under Allgemeines
Hallo FTP Community,
… „Ah – btw – habe heute mal 6 sng’s gespielt, nach “Deiner” Variante, also ohne das Ergebnis meiner Moves anzusehen. Ergebnis: 5 gewonnen, einer nicht im Geld – scheint auch für meine Nerven eine gute Variante zu sein.
“… – Das hat mir neulich ein Seminarteilnehmer geschrieben. Hintergrund ist folgender:
Der OceansCardClub im Österreichischen Haibach nahe Passau hatte Hans Martin Vogl und mich gebeten, dort ein Pokerseminar zu veranstalten. Gerne kamen wir dieser Aufforderung nach. Hans zeigte, wie er sein Steckenpferd, die 6-Max Cashpartien, bewältigt. In meinem Part zeigte ich live per Beamer, das simultane Bespielen mehrerer Turbosixpacks. Dabei ging ich vor allem auf den Aufbau des Bildschirms (bei bis zu 20 simultanen Spielen ist die Organisation fast wichtiger als das Spiel selbst), Playernotes und die Zuhilfenahme der Datenbank „sharkscope“ ein.
Was dann dabei raus kommt, steht in der Einleitung… Wow! Ich kann mich nicht erinnern, ob ich überhaupt jemals 5 von 6 Turnieren gewonnen habe. Heutzutage liegt das realistische Edge, was man als Spieler am SnG Turbosechsertisch so haben kann, bei maximal 10% ROI. Kauft man sich also im Laufe eines Jahres z.B. 1.000mal in solche Turniere mit z.B. einem Buyin von 11+1 ein, so erzielt man damit einen Umsatz von 12.000. Damit nun der ROI bei 10% liegt, muss die Summe der Preisgelder (der Return) die Summe der Buyins (das Investment) um 1.200 übersteigen. 13.200 an Preisgeldern sind also mit diesen 1.000 Turnieren zu gewinnen um mit 10% ROI zu performen. Bei gleich vielen ersten wie zweiten Platzierungen (was eine plausible Annahme ist), ergibt dies ( 42,9 x EP + 23,1 x ZP = 13.200 mit EP = ZP <=> EP = ZP = 200 ) also 200mal Winner und 200mal Runner Up; aber auch 600mal unplatziert. Selbst wenn man so extrem und dabei profitabel spielen könnte, dass man nur Erster werden oder aber busten würde, dann bräuchte es 308 Siege bei 692 Bustos um 10% ROI zu performen.
Damit liegt die Siegwahrscheinlichkeit selbst bei bester Überlegenheit und krassest möglicher Verteilungsannahme, also unter utopisch guten Voraussetzungen, bei nur gut 30%. Meinem Klienten (Spieler einer neuen Pokerliga mit Namen t2du – time to double up -) nun gelangen 5 Siege bei 6 Versuchen!
Nach Bernoulli klappt dies wie folgt häufig:
B (n=6; p=0,3; k=5) = 6 x 0,3 (hoch 5) x 0,7 = 1,02%
Einzig es gar sechsmal bei 6 Versuchen zu schaffen, ist noch unwahrscheinlicher:
B (n=6; p=0,3; k=6) = 1 x 0,3 (hoch 6) = 0,07%
Mindestens Fünf von Sechs SnG Turniere zu gewinnen hat also selbst unter diesen geradezu karnevalistischen Annahmen eine Wahrscheinlichkeit von etwa 1,1%.
Vernünftiger ist es, selbst für klare Winningplayer, von einer Siegwahrscheinlichkeit von ca. 20% oder 40% „In-The-Money“-Wahrscheinlichkeit auszugehen.
Dies ergibt dann folgende vielleicht interessante Ergebnisse:
Zwei Siege in Folge treten mit 4% Wahrscheinlichkeit auf, zweimal in Folge In-The-Money mit 16%; drei Siege in Folge mit 0,8%, dreimal ITM mit 6,4%, viermal mit 2,56% und fünfmal mit 1,02%.
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer
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