Posted by Sascha Biorac | Filed under Allgemeines
Während man online immer in den Genuss kommt, einen Tisch mit CAP spielen zu können, ist das im Casino nicht immer möglich.
Das CAP besteht meistens darin, wie viel die einzelnen Spieler vor sich haben und das sind dann schonmal gerne zwischen 30 und 300 Big Blinds. Man muss hier viel mehr darauf achten, wie viel Chips noch in den Pot wandern können.
Wenn man sich allerdings die richtigen Tische mit genug Action aussucht, macht es vieles leichter.
Auch hierzu gibt es ein passendes Beispiel aus London:
Wir sitzen zu acht am PLO-Tisch und ich habe AAJ9 einmal suited am Cutoff.
Ein Spieler in EP macht ein Raise, zwei Spieler callen, ich raise den Pot. So weit so gut.
Was das besondere an diesem Tisch war, dass die Spieler sehr loose gespielt haben, aber dafür nicht unbedingt genug Chips hatten. Der Big Blind und die anderen drei Spieler callen. Nicht ideal, aber ich habe Position und eine gute Hand, also durchaus ok.
Der Flop ist A87 rainbow.
Ich treffe mein Ass und habe noch einen Gutshot zu den Nuts mit der Zehn. Der Gutshot ist eigentlich gar nicht so wichtig, wie meine Beikarten J9, die eine Straight für die Gegner unwahrscheinlicher machen.
Der BB geht jetzt all-in. Anscheinend hat er einen Straightdraw oder idealerweise ein Drilling 8er oder 7er. Der Spieler in EP foldet und die beiden Spieler in MP callen! Ich fand das fantastisch, die müssen wohl alle die selben Karten haben, oder mir partout keine Asse glauben. Selbst wenn sie QJT9 haben, nehme ich ihnen bereits 2 Outs weg und die Zehn ist ja ebenfalls gut für mich.
Ich entscheide mich für ein Reraise Pot und die beiden anderen Spieler callen all-in.
Die Spannung ist nur ob jemand ein Drilling 7er hat, weil am Turn die zweite 7 kommt und der River ist eine langweilige 3.
Mein Full House ist gut und tatsächlich waren fast alle auf dem gleichen Draw.
Der Shortstack im BB hatte 65 für den Straightdraw und ein paar Damen. Der MP1 hatte QT98, einen ganz passablen Draw und MP2 hielt A987, drei Paare gefloppt und am Ende ein Full House. Meines war aber höher.
An dieser Stelle möchte ich daran erinnern, wer live PLO spielt, sollte Geduld mitbringen und auf gute Situationen warten. Natürlich kann man wenn es günstig ist auch viele Hände für ein einzelnes Preflop-Raise anschauen, aber am Flop sollte man wissen, wie viel Chips die Gegner noch hinten haben und wie gut sein eigener Draw ist, die Nuts zu machen.
Dieser Tisch verhielt sich von der Action her, wie ein CAP-Tisch online. Wir waren am Flop all-in und jeder wollte ein Stück vom Kuchen haben, weil er sich ausgerechnet hat, dass es sich lohnt sein Geld hier reinzuschieben.
Ich hatte am Flop die bessere Hand gegen die drei Spieler; gewinne aber nur etwa 51% der Hände. Es war also quasi ein Coinflip: ich gegen drei Spieler auf einmal.
In dieser Situation hätte ich vom BB mit dessen Karten vor dem Flop gefoldet. Ob ich die Hände von MP1 und MP2 weiterspiele, hängt einzig und allein davon ab, wie groß der Pot ist und wie viel ich noch investieren kann.
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