Markus Golser Markus Golser

Die Poker-EM in Baden ist für mich schon Geschichte. Nachdem ich gestern nach nicht mal drei gespielten Levels aus dem 4.000 Euro Buy-In No Limit Hold’em Poker-EM Turnier geflogen bin, habe ich beschlossen, mich heute schon auf den Heimweg zu machen, auch wenn morgen noch ein 1.000 Euro Buy-In Turnier auf dem Programm stehen würde.

Vom Turnier selbst war ich eigentlich positiv überrascht, da ich nach den nur 100 Spielern im Stud-Event nicht mit so vielen Spielern gerechnet habe. 164 sind es letztendlich geworden und damit auch ein relativ beachtlicher Prizepool von über 600.000 Euro, um den ich leider nicht mehr mitspiele. Gleich in Level 2 bei Blinds 50-100 musste ich einen herben Schlag einstecken. Ich finde in UTG+1 die Pocket Rockets und raise auf 300. Bis zum Button folden alle Spieler ihre Karten und ich denke mir schon „Bitte, bitte kann es nicht wenigstens einen Spieler geben, der mein Raise bezahlt“ und tatsächlich bekomme ich ein Reraise vom Button auf 900. Nun überlege ich mir, ob ich einfach nur callen soll, oder gleich klar machen, dass ich sehr starke Karten halte. Ich entscheide mich für Zweiteres, da ich meinen Gegner für einen Spieler halte, der meinen Move mit relativ vielen Karten bezahlt. Ich Rereraise also auf 2.600 und mein Gegner schiebt sofort All-In, ich calle. Mein Gegner zeigt mir ein Paar Könige, worüber ich mich im ersten Moment natürlich freue, wäre da nicht die Turnkarte die meinem Gegner einen Drilling und damit einen Pot von 19.350 Chips bringt.

Wenig später verliere ich meinen geflopten Drilling 8 gegen einen Flush, meine letzten 3.000 Chips muss ich gegen einen Drilling Jacks abgeben und damit ist das Turnier für mich zu Ende.

Natürlich war ich von dieser Woche ziemlich enttäuscht. Schade finde ich auch, dass sich die Spielerbeteiligung bei den Turnieren in Grenzen gehalten hat und es fast nur Spieler aus dem deutschsprachigen Raum an die Tische gelockt hat. Dem hält die Betitelung des Turniers als Europameisterschaft einfach nicht stand, denn eigentlich müsste es Deutschsprachige-Pokermeisterschaft heißen. Ich denke, dass Problem liegt zum einen darin, dass keines der Turniere fürs Fernsehen aufgezeichnet wurde, was es für viele gesponserte Spieler schwierig macht, das Turnier-Buy-In gesponsert zu bekommen. Zum anderen ist die Dichte an Turnieren im europäischen Raum mittlerweile so hoch, dass viele Spieler sich einfach nicht die Mühe machen extra für ein Turnier einen weiten Anreiseweg auf sich zu nehmen.

Ich bin schon gespannt darauf, wie sich diese Turnierwoche in den nächsten Jahren entwickeln wird. Ich bin ja wirklich sehr gerne in Baden und hoffe daher, dass sie uns noch lange erhalten bleibt.

Bis bald

Euer Markus Golser/jumper17.com

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