Stephan Kalhamer Stephan Kalhamer

Hallo FTP Community,

im letzten Beitrag meinte ich, dass ich meinen Urlaub mit Ausnahme des üblichen SnG-Grindings pokerfrei verbrachte. Zu meiner eigenen Enttäuschung war das nicht ganz richtig…

Gerade habe ich die Bücher zurück ins Regal gestellt, die ich am Meer gelesen habe. Etwas Poker ist da doch dabei. Ich kann wohl nicht anders…

Der Schwärmer, Götz Schrage

Das Ziegenproblem, Gero von Randow

Die Vermessung der Welt, Daniel Kehlmann

Fooled by Randomness, Nassim Nicholas Taleb

Götz Werk liest sich locker und leicht. Er schafft es, mich das gesamte Buch über neugierig zu halten, wann denn Episoden des Berufsspielers in ihm stärker in seinen Fokus geraten als seine amorösen Abenteuer. Ob dies geschieht, oder ob der Spieler Götz gerne blufft, mag jeder selbst entscheiden.

Das Ziegenproblem ist weder neu, noch leicht zu lesen. Doch ich habe es bewusst noch einmal durchgelesen (fast hätte ich durchgearbeitet geschrieben), denn es ist eine vergleichsweise schöne Einführung in die Wahrscheinlichkeitsrechnung. All das Handwerkszeug, das man am Pokertisch braucht, wird hier populärwissenschaftlich gut aufbereitet. Ich kann es nur empfehlen, wenn man sich selbst und seinem Spiel etwas gönnen möchte.

Daniel Kehlmanns Vermessung der Welt halte ich für ein phantastisches Buch. Unterhaltsam und interessant führt Daniel uns auf die Pfade von Gauß und Humboldt, zeigt deren Werk und Denke auf.

„Narren des Zufalls“, so hieße der Titel in der deutschsprachigen Ausgabe, schließlich ist mein aktuelles Buch. Der Untertitel „Die verborgene Rolle des Glücks an den Finanzmärkten und im Rest des Lebens“ zeigt, warum ich diesen Titel gewählt habe. Pokerturniere und Finanzmärkte haben viel gemein. Wie viel zeigt der Autor in diesem Buch wunderbar auf. Wer sich fragt, warum es immer die anderen sind, die die großen Turniere abräumen, für den bietet dieses Buch gute Erklärungen. Denn Taleb gibt dem Zufall den Raum, der ihm gebührt: nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn 1.000 Händler am Aktienmarkt investieren, gibt es mindestens einen der groß abräumt und den fragt man dann – erst dann. Wenn 1.000 Spieler ein Turnier spielen, gibt es einen Sieger und der hat dann alles richtig gemacht!?

Zu guter Letzt noch eine Ankündigung: In einigen Wochen werde ich beginnen, Sklanskys „Theory of Poker“ ein weiteres Mal durch zuarbeiten. Das Buch ist etwa 40 Jahre alt und nicht leicht zu lesen. Doch es ist der Eckpfeiler aller Pokerliteratur überhaupt. Wer Lust hat, kann mich lesend begleiten: Ich kündige immer an, bis wann ich welche Teile lese und schreibe euch hier kurze Zusammenfassungen bzw. Erklärungen zu schweren Stellen. Auch um Übersetzungsfehler, so etwas soll es ja geben, will ich mich kümmern. Wenn ich den bewegten September (MEC Hamburg, MEC Salzburg und zwei Coachingwochenenden) hinter mich gebracht habe, habe ich bestimmt auch den Taleb durchgelesen und es kann losgehen mit Sklansky. Bis dahin halte ich euch auf dem Laufenden. Alles Gute!

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan M. Kalhamer

the-gambling-institute.de

Popularity: 7% [?]


Letzte Einträge

  1. Daniel Alaei gewinnt Doyle Brunson Five Diamond WPT
  2. Gus Hansen: Hand für Hand
  3. Was ist schon Glück?
  4. Ein Bluff ist wie ein Verkauf
  5. EPT Dortmund – die Platze 9 bis 20

Leave a Reply

 
rss