Stephan Kalhamer Stephan Kalhamer

Hallo FTP Community,

PLO im Rio stand gestern für mich auf dem Programm.

Zu Beginn nahezu jeder Cashgamesession setze ich mich gerne shortstacked an den Tisch. So bin ich gezwungen tight und aufmerksam an die Sache ranzugehen. Gerade beim PLO liegt auch viel Value in einer guten Shortstackstrategie, wie sie z.B. in Rolf Slotbooms PLO Buch schön erläutert ist. Denn Omaha Partien sind meist ultra deep und auf das „Vorspiel“ preflop wird kaum geachtet. Easy Money also zu Beginn der Session. Ich kann es unbedingt empfehlen – Geduld, gute Nerven und so manchen Reloadstack in der Tasche vorausgesetzt.

Es wurde mit optionalem Livestraddle und auch mit Missisippi Straddle gespielt. (Diese blinde 2 Big Blind Erhöhung kann der Button spielen und erhält dafür Position. Die Setzrunde beginnt also in diesem Fall beim Small Blind!)

Als ich 6554 double-suited habe und der halbe Tisch mit 7 Big Blind involviert ist, bringe ich meine noch verbliebenen 34 Big Blind schön unter und erhalte Action und Protection en Masse. Letztlich sind wir zu Dritt für einen ca. 140 Big Blind großen Mainpot. Doch dieser ist verhältnismäßig klein. Die anderen beiden halten jeweils AAxy und streiten um den viel größeren Sidepot. Nachdem preflop alles in die Mitte geht, bekommen sie doch kalte Füße und wollen ala High Stacks Poker, dass mehrfach gedealt wird. Ich mische mich nicht groß ein, trage die letztliche Entscheidung mit, den Flop einmal, Turn und River aber jeweils zweimal zu dealen.

Meine Erwartung bleibt davon unberührt, lediglich die Varianz verändert sich. So hätte ich streng genommen eigentlich widersprechen müssen. Denn ich sehe mein Edge an diesem Tisch als Shortstack größer, denn als Bigstack. Ich darf aber nur einmal, nämlich beim Einkaufen, mich für Shortstack entscheiden. Sobald ich mich vervielfacht habe, muss ich deep weiterspielen. Also ist für mein Setup hier, eine größere Varianz wünschenswerter als eine kleinere. Denn mit doppelten kurzen Stack würde ich ohnehin nicht weiterspielen, sondern nachkaufen, bis ich voll konkurrenzfähig bin. Verliere ich aber, so darf ich mich erneut kurz einkaufen und profitiere von diesem Szenario erneut.

Ich habe also taktisch einen Fehler gemacht, indem ich nicht widersprochen habe. Doch live Poker ist nicht nur Taktik, es gibt auch die zwischenmenschliche Komponente. Wenn ich sehe, dass sich  jemand offensichtlich übernommen hat, um den Mehrfachdeal bittet und zugleich mein Nachteil daraus marginal ist, lasse ich ihn  gewähren und habe ein gutes Spiel am Laufen für den Rest der Nacht oder auch des Tages: Since it’s Vegas!

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan M. Kalhamer

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