Stephan Kalhamer Stephan Kalhamer

Hallo FTP Community,

an Tag 3 traff es viele. Das Feld sollte von 2.044 auf 789 ausgedünnt werden. Im letzten Level – nach einem Tag voller Kämpfe – erwischte es auch meine Freund und Kollegen.

160k – 120k – 135k – 170k – 200k

Sein Tag lief schlecht an. Er verlor seine ersten beiden relevanten Händen und damit 40k in Chips.

Dann gingen 2 3-Bets durch und Sven gewann die bereits beschriebene Hand gegen Greg. Ein gewonnener Flip mit AK gegen die Jacks eines Shortstacks brachte Sven schließlich die fehlenden 30k für sein Turnierallzeithoch von 170k ein. Es lief sogar schön weiter, denn Sven’s Image war intakt und er legte über technisch geführte Spots weitere 30k zu.

200k -170k – 150k – 100k

Doch dann wollte es nicht mehr laufen. Die ersten 30k baut Sven in einem eigentlich guten Spot ab. Er hatte aus Midposition bei 1.000-2.000 und 300 Antes mit 5k eröffnet, wurde von Button und Small Blind gecallt. Der Push des Big Blinds muss nichts heißen, denn sein Stack passt zu wunderbar in die Situation: 30k. Sven geht drüber, isoliert damit gegen die anderen, ist aber gegen AQ hinten und verliert.

Im nächsten Spiel gibt Sven ein Spiel nach gecalltem Openraise plus gecallter Conti auf, was ihn 20k kostet.

Dann ist Sven lange Zeit Karten- und Spot-tot, ehe er gegen Greg Mueller ein wichtiges Spiel verliert: Greg hatte vom Button gebettet, Sven 3-bettet ihn auf 22k. Greg bezahlt. Sven hat noch 110k behind und hält AK in einem knapp 50k Pot. Den Flop von 6-3-3 check-foldet Sven gegen die 45k Conti von Greg. Sven ist um diese Hand nicht zu beneiden:

Was spielen?

All In von vorne? Ist 2x Pot und Greg ist schwer einzuschätzen.

Committend conti-betten? Wenn man ein All In dann bezahlt, ist die Situation analog oben. Wenn nicht, hat man eine wirklich teure Infobet platziert. Ob man nach einem Laydown dann noch mal wieder kommen kann, ist fraglich.

Klein Contibetten? Hier geht Greg vermutlich oft All In. For Value oder als Bluff? Wer will das entscheiden?

Check- Callen? Wie geht es dann am Turn weiter? Sven wird in ca. 90% der Fälle nicht treffen…

Check-Raise All In? Möglich. Greg kann ruhig behind checken, das stört AK wenig. Spielt er aber an, so legt er anschließend vielleicht sogar eine Sieghand weg. Konkret gegen Gregs hohes Anspiel, kann Sven nicht wirklich auf Fold Equity bauen. Auch deshalb war dies ein guter Zug von Greg – leider.

Bleibt das gewählte Check-Fold, das nicht nur den Pot aufgibt, sondern auch gehörig an den Nerven knabbert.

100k – 140k – 160k

Dann kam eines Serie von gelungenen Plänen. Erst eine ungecallte 3-Bet. Dann ein getroffener Flop nachdem Sven mit KJs ein looses Opening callt. Sven bezahlt auch die Conti bei JT4. Die 9 am Turn checken beide. Nach einem Jack am River bezahlt Sven eine weitere Bet und sein Gegner muckt sofort. Dann startet das letzte Level des Tages mit 1.500-3.000 und 400 Antes. Es gibt über 8k zu stehlen. Sven langt einmal direkt und einmal als 3-Bet zu.

160k- 60k – 0

In die für Sven tödliche Hand geht er mit QQ und 3-bettet nach 2 Limpern und einem möglichen Squeeze. Doch der Squeezer pusht für insgesamt fast 100k. Sven zahlt und es steht in etwa 50:50. Denn der Pusher hält AK. Der Pusher hat das bessere Ende für sich.

Svens letzte Hand openraist Greg mit einem Stack von 180k seinen Button auf 7,5k. Sven zieht mit 55k und KQ All In. Greg callt mit 33, was mir nicht einleuchten mag. Laut Sven pusht er hier folgenden Range:

88+, AT+, KQ, somit wäre Greg in 7 Fällen, die zu je 0,45% eintreten mit 1:4 hinten und in 5 Fällen, die zu je 1,2% eintreten, auf einem Flip, der auch Greg crippelt, falls er verliert. Vorne ist er nie. Wie auch immer. So lief der Tag. So ist das Spiel. Lange und wacker gekämpft. Den Lohn dafür gibt es wann anders.

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan M. Kalhamer

the-gambling-institute.de

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