Stefan Rapp Stefan Rapp

Dies ist nun eine der gefährlichsten Charakterzüge im Poker. Ich glaube zwar nicht, dass wir deshalb in die Hölle kommen, aber fürs Armenhaus reicht’s allemalOft fängt alles mit einem Bad Beat an. Der Abend plätschert so dahin, und nichts Erwähnenswertes ist passiert. Der Neuling am Tisch verteilt munter-fröhlich sein Geld am Tisch. Natürlich nur solange bis wir AxAx  halten, und er mit Turn und River seine Straight komplettiert. Dann erklärt er uns auch noch zehn Minuten, dass seine Hand doch „suited“ war, oder er “gewusst“ hat, dass am River sein Gutshot kommen würde …

In uns steigt langsam Wut auf, und ohne es zu merken, verändert sich unser Spiel. Wir sind plötzlich in viel mehr Flops verwickelt, Raisen, Bluffen oder kontrollieren am River zu oft, und packen eine Auflage nach der Anderen aus der Tasche. Schließlich verlassen wir mit gesenktem Kopf und frustriert den Tisch, und verbuchen einen großen Verlust (vielleicht der Gewinn der letzten vier Sitzungen?) für diese Pokersession. Was ist da passiert:  TILT – Wer von uns kennt das nicht? Dieser Zustand zwischen Zorn, Wut, Selbstmitleid und Ungläubigkeit, bei dem wir neben uns stehen, und die Dinge einfach ihren Lauf nehmen.

Ich kann euch aus eigener Erfahrung nur raten, den Tisch zu verlassen, oder zumindest eine kurze Pause einzulegen, wenn ihr merkt, dass ihr schon zornig seid und “heiß” lauft. Denn in den meisten Fällen nimmt die Sache kein gutes Ende. Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer und wenn man eine ehrliche Selbstanalyse nach großen Niederlagen vornimmt, kommt man oft drauf, dass man in Wahrheit nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt sooo viel Pech  hatte.     

Poker ist eben nicht gerecht. Oft gewinnt die (vermeintlich) schlechtere (Start-)Hand. Jeder Pokerspieler muss lernen diese Tatsache zu akzeptieren und die vielen Bad Beats abhaken.

Euer Stefan

www.unipoker.at

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