Autor: Stephan Kalhamer | Gespeichert unter Allgemeines
Hallo FTP Community,
es geht also los. Wer will kann mit mir bis Ende des Jahres die 25 Kapitel aus David Sklanskys Klassiker „The Theory of Poker“ durch gehen. Wir beginnen mit Kapitel 1 „Vor dem Spiel“.
Noch trennt uns das Vorwort vom eigentlichen Inhalt. Dort steht, dass Anfänger manchmal fragen: „Was macht man in dieser oder jener Situation?“ Es steht weiter, dass es darauf keine richtige Antwort gibt, weil es eine falsche Frage ist. Die richtige Frage laute: „Worüber denken Sie in dieser Situation nach, bevor Sie entscheiden, was Sie tun?“ Damit beschäftigt sich „The Theory of Poker“ und deshalb ist es auch so zeitlos. Was man tun soll, kommt und geht auch wieder, Gewinnsysteme sind der aktuell vorherrschenden Meinung über das Spiel unterworfen. Konstant aber ist der richtige Gedankenapparat, um ein Gewinner zu sein oder einer zu werden. Lassen wir uns also nicht abschrecken, von manch aus der Mode gekommenen Spielvariante oder mancher wenig moderner Darstellung. Sehen wir es als Bereicherung, als Training, Gedanken zu formen, die in vielen Umgebungen Gültigkeit besitzen.
David gelingt es im ersten Kapitel gut, das Grundgerüst für ein vernünftiges Poker Mindsetup zu legen. Vieles spricht für sich selbst. Einzig zum Unterthema Pokerlogik möchte ich etwas ergänzen.
Er grenzt recht emotional das gute Spiel von Tricks und Schlichen ab. Natürlich hat er Recht, dass ein Spieler, der sich durchmogelt, es nie wirklich weit bringen kann. Aber die Grenze ist fließender als sie hier dargestellt ist. Bis wann ist man gewievt? Ab wann unmoralisch? Ab wann unfair? Gar ein Betrüger? Poker wird nun einmal jeder gegen jeden gespielt. Niemand darf ein gemeinsames Interesse mit einer anderen Partei am Tisch haben, das wäre Collusion. So kommt es zwangsläufig zu immer neuen kleine Regellücken. Wer sie elegant für seine Zwecke ausnutzt, gilt als clever. Wer das gleiche, aber weniger elegant vollzieht, wird angefeindet.
Bankräuber haben auch ein schlechteres Ansehen als Steuerbetrüger. Warum eigentlich? Lösen kann und will ich diese Frage ohnehin nicht, ich will nur darauf aufmerksam machen, dass wir jeden Jeton, den wir gewinnen auch jemanden abgespielt haben. Froh wird dieser nie darüber sein. Schon im nächsten Kapitel geht es um die Messung unserer Leistung hinsichtlich solcher Gewinne: Erwartungswert und Stundensatz. Bis bald.
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer
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