Stephan Kalhamer Stephan Kalhamer

Hallo FTP Community,

heute ist der zentrale Pokerlehrsatz an der Reihe. Er geht unmittelbar aus den vorangegangenen Betrachtungen über Erwartungswert und vor allem Stundensatz hervor.

Poker ist ein Spiel inkompletter Information und Sklansky schreibt: „Selbstverständlich gäbe es, wenn alle Karten offen lägen, kein Poker! Die Kunst des Spiels ist es, die Informationslücken durch die Handlungen Ihres Gegners und die offenen Karten … möglichst weitgehend zu füllen und gleichzeitig zu verhindern, dass Ihre Gegner mehr über Ihre Hand erfahren, als Sie wollen. Dies führt uns zum zentralen Pokerlehrsatz:

Immer, wenn Sie eine Hand anders spielen, als Sie es tun würden, wenn Sie alle gegnerischen Karten sehen könnten, profitieren Ihre Gegner; und immer, wenn Sie Ihre Hand so spielen, als könnten Sie alle gegnerischen Karten sehen, verlieren diese. …“

Einfacher formuliert besagt der Satz, dass wann immer man sagt „Oh, wenn ich das gewusst hätte, hätte ich anders gespielt“ man sich selbst Geld gekostet und der Gegner profitiert hat. Das Prinzip leuchtet unmittelbar ein und Sklansky führt in diesem Kapitel auch durch viele Beispiele. Deshalb möchte ich hier auf etwas anderes eingehen.

In einem Punkt stimme ich David nicht zu. Er behauptet, es gäbe kein Poker, wenn alle Karten offen lägen. Hier hat er nur theoretisch Recht. Ich bin mir sicher, dass es bis zu einer (oft finanziellen) Schmerzgrenze, sehr wohl Partien gäbe. Denn manchem Spieler interessieren Wahrscheinlichkeiten nicht, andere kennen sie schlichtweg nicht. Es wird bestimmt Spiele geben.

Versucht es doch mal bei euch zu Hause. Teilt die Hole Cards offen aus und spielt ansonsten normales Hold’em. Mal sehen, ob die jeweils beste Hand wirklich keine Kundschaft findet – ganz zu Schweigen davon, ob überhaupt immer Einigkeit bestehen wird, wer denn diese vor sich liegen hat.

Viel Spaß dabei! Schon bald geht es weiter mit einem kurzen Kapitel über Antes, ehe wir zu Pot Odds kommen werden. Bleibt dran.

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan M. Kalhamer

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