Autor: Markus Golser | Gespeichert unter Allgemeines
Letzten Montag war es so weit: das letzte Event dieser EPT Saison vor dem großen Finale in Monte Carlo wurde eröffnet mit einem extrem großen Teilnehmerfeld – unglaubliche 708 Spieler gingen in den beiden ersten Tagen an den Start.
Damit war dieser Stopp der EPT in der italienischen Stadt San Remo jene Station mit den meisten Spielern, bis jetzt, in Europa. Nur die EPT Bahamas hatte noch mehr Spieler an die Tische gelockt.
Kein Wunder, denn das liebliche San Remo ist im Frühling jedenfalls eine Reise wert. Neben der Schönheit der Stadt und der Gastfreundschaft der Einwohner, gab es für die Spieler einen zusätzlichen Anreiz, denn das Buy-in betrug diesmal die, im Rahmen der EPT, moderate Summe von 5.000 Euro.
Für mich hat das Turnier mit Tag 1A und einem sehr angenehmen Tisch begonnen. Mit mir saßen einige Italiener am Tisch – darunter auch für kurze Zeit der Ex-Skistar Alberto Tomba – die entweder zu aggressiv spielten, oder zu passiv. Meine Strategie war am ersten Tag ein relativ aggressives Spiel. Ich habe viele Flops gesehen, es gab viel Bewegung am Tisch, aber ohne Gefahr für mich und so konnte ich Tag 1A mit souveränen 37.800 in Chips beenden. Insgesamt haben sich 99 Spieler Tag2 erspielt.
Tag 2 begann für mich ruhig, quasi das was man als Poker Pro unter einem „normalen“ Arbeitsbeginn versteht. Als William Thorson an meinen Tisch gesetzt wurde, begann sich allerdings das Spiel für mich etwas zu verändern. Der junge Norweger spielt extrem aggressives Poker, behält dabei aber trotzdem die Kontrolle. Diese Mischung macht ihn für mich zu einem der stärksten No Limit Hold’em Spieler mit denen ich jemals an einem Tisch gesessen bin. Er spielt stets ruhig, abwartend und trotzdem aggressiv, beobachtet seine Gegner und hat ein perfektes Timing für bestimmte Spielzüge. Damit bringt er alle Fähigkeiten mit, die einen guten Turnierspieler in meinen Augen ausmachen. Deshalb hat er es für mich auch verdienter Weise an den Finaltisch geschafft.
Ich konnte Tag 2 mit 213.000 in Chips beenden, was zu diesem Zeitpunkt dem Average entsprach, noch immer ohne in einen gefährlichen Pot involviert gewesen zu sein.
Tag 3 begann mit 31 Spielern die sich in nur 40 Minuten auf 23 dezimiert hatten. Nun kam es für mich zu folgender Situation: Ich sitze im Small Blind und halte A-Q. Alle Spieler bis zum Cut-off folden, der mit 96.000 in Chips All-in geht. Die Blinds lagen zu diesem Zeitpunkt bereits bei 4.000/8.000, das Ante bei 1.000, mein Stack betrug 250.000, der Average 320.000. Ich entscheide mich also dazu All-in zu gehen, weil ich nicht damit rechne, dass der Spieler im Big Blind eine Hand findet, die einen Call rechtfertigt. Der Spieler im Cut-off kann any two haben und so schätze ich mich in dieser Hand als Favorit ein. Doch meine Überlegung werden postwendend Lügen gestraft: ich werde vom Big Blind gecallt. Es kommt zum Showdown. Der Spieler im Big Blind zeigt A-K, der Cut-off hält Pocket 7, ich, wie gesagt A-Q. Der Flop bringt A-8-J und weder Turn noch River bringen mir Hilfe. Damit musste ich mich auf Platz 21 aus dem Turnier verabschieden. Für mich war das eigentlich sehr enttäuschend, da ich bis zu diesem Zeitpunkt das ganze Turnier über in keinen großen Pot verwickelt war, aber diese Situation hat das meiner Meinung nach einfach erfordert.
Trotzdem war das Turnier schön zu spielen. Vor allem den Dealern vor Ort muss ich ein Lob aussprechen. Von deren Leistung war ich sehr positiv überrascht. Ehrlich gesagt hatte ich da mit einer viel schlechteren Performance gerechnet.
Ich gönne mir jetzt jedenfalls ein paar schöne Urlaubstage bevor ich mich zum Grand Final in Monte Carlo an den Tisch setzte und wie immer mein Bestes gebe.
Also, bis bald aus Monte Carlo
Euer Markus Golser/jumper17.com
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