Autor: Thomas Bihl | Gespeichert unter Allgemeines
Was haben Jow Hachem und ein griechischer Taxifahrer gemeinsam?
Rückblende in den August 1989: Ich fahre mit meinen Eltern mit einem Taxi vom Flughafen New York in ein Hotel in der Innenstadt. Der griechische Taxifahrer ist überaus freundlich: “Welcome to New York! Is this your first time here?”
Rückblende in den Juli 2007: Ich sitze am featured table des WSOP Main Events. Joe Hachem ist auch am Tisch und ist überaus freundlich: “Welcome to the table everybody! So who`s first big live event is this?”
Wie sich später herausstellen sollte war der Taxifahrer gar nicht freundlich, er wollte vielmehr unauffällig herausfinden ob wir den Trick mit den frisierten Taxametern der damals agierenden griechischen Taxifahrer-Mafia schon kannten bzw. einen Vergleichswert für eine ähnliche Taxifahrt hatten. Leider war beides nicht der Fall und der Mann konnte sein “Spielchen” mit uns durchziehen. (*)
Ob Joe Hachem nun wirklich so ein freundlicher Zeitgenosse ist oder nicht kann ich nicht hinreichend beurteilen. Aber auch seine, in Freundlichkeit verpackte, Frage hatte den Zweck der Informationsgewinnung, eben um herauszufinden mit wem er im Anschluss seine “Spielchen” treiben konnte. In diesem Fall natürlich regelkonforme Spielchen.
Auch dieses Jahr konnte ich bei der WSOP wieder ähnliches beobachten. Die Big Names, Daniel Negreanu ist hier ein weiteres gutes Beispiel, sind fast ausnahmslos Meister darin ihren weniger erfahrenen Mitspielern Informationen aller Art zu entlocken und diese dann auch entsprechend zu verwerten! Jemand der sich für $2 in einem Sub-Sub-Satellite qualifiziert hat wird sich nun mal an der Bubble anders verhalten als der Sohn von Bill Gates, um mal ein extremes Beispiel zu bringen.
Fazit: Selbst versuchen jede mögliche Information zu sammeln und diese umzusetzen. Selbst versuchen keine unnötigen Informationen herzugeben, evtl. sogar eine falsche Spur zu legen. Auf diese oder ähnliche Fragen von Taxifahrern immer antworten “Yes, I have been here many times”
In diesem Sinne viel Erfolg beim (Live)-Poker, Euer Buzzer
(*) In keinster Weise soll hier der Eindruck entstehen ich würde Griechen, Taxifahrer, oder griechische Taxifahrer als schlechte Menschen einstufen, ganz im Gegenteil! Allerdings war es eben in New York im Jahre 1989 wirklich so gewesen. Unter anderem gab es am Flughafen einen griechischen Aufseher über die Taxischlange und der ließ für $1 seine Landsleute nach ganz vorne in der Schlange. Der muss sich dumm und dämlich verdient haben. Ich gehe fest davon aus das diesen Jungs früher oder später das Handwerk gelegt wurde, habe aber keine Informationen darüber.
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