Posted by Erich Kollmann | Filed under Allgemeines
Hiermit kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt: der Ausgleich. Meiner Meinung sollte es auch ein Leben neben dem Pokerspiel geben.
Man sollte abschalten können, andere Dinge des Lebens genießen, nicht nur Poker leben. Damit haben einige Spieler Probleme, ich glaube für manche Profis gibt es keinen anderen Lebensinhalt. Für mich persönlich wäre das nichts, denn ich brauche nach einer Turnierwoche einige Tage Pause, einfach um den Akku wieder aufzuladen.
Sport ist dabei sehr hilfreich, um Kondition zu tanken, um bei den Main-Events oder bei den langen Cash-Game-Sitzungen hundertprozentig fit zu sein.
Ich habe dazu auch noch das Glück, eine Freundin zu haben, die mir meine Freiheit beim Poker lässt, aber mich trotzdem ab und zu wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.
So einen Partner zu haben, ist in diesem Business nicht so leicht und für mich ganz wichtig.
Die richtigen Freunde zu finden gehört ebenfalls dazu. Freunde, die einen wieder aufbauen, auch wenn es mal nicht so richtig läuft.
Als Nächstes geht es um die Gefahren im Spielergeschäft. Gerade wenn man in den Casinos spielt, ist man immer wieder in Versuchung, die so genannten Side Games zu spielen. Daran sind schon sehr viele erfolgreiche Pokerprofis zerbrochen. Nicht selten sind in Las Vegas schon Millionen von Dollar bei Craps, Roulette, Black Jack und Sportwetten verspielt worden. Hart erarbeitetes Geld beim Poker wird hier manchmal in einer Nacht verloren.
Alkohol und Drogen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen, eine gefährliche Versuchung – auch hier kann man schnell wieder alles verlieren, was man sich mühsam erspielt hat.
Gerade beim Niederschreiben dieser Zeilen hat ein sehr guter Bekannter von mir im Internet gehörig abgeräumt. Er ist einer von den Jungen, der alle Merkmale der neuen Generation verkörpern: Unbekümmertheit, keine Angst vor Geld und vor dem Verlieren; kein Limit ist zu hoch. Zwei Millionen Dollar in zwei Monaten gewonnen, in zwei Tagen wieder 1,2 Millionen weg, um sie dann wieder in drei Tagen zu gewinnen.
Wie lange der Gewinn halten wird, kann nicht einmal er selber voraussagen, vielleicht sieht man ihn in einiger Zeit wieder kleinere Limits spielen. Das ist der Weg der jungen Wilden, sie können im Pokergeschäft ganz groß werden, oder es redet in ein paar Monaten kein Mensch mehr von ihnen.
Sein Ziel sollte man genau verfolgen. Den Versuchungen, die einen immer wieder Probleme bereiten werden, zu widerstehen, das macht einen erfolgreichen Pokerprofi aus. Sein Ego richtig zu kontrollieren ist ein weiterer Mosaikstein dabei. Viele Superstars haben damit große Schwierigkeiten. Bei einigen ist das ganze Pokerprofidasein eine einzige Achterbahnfahrt: Einmal ganz oben und dann wieder in die Hölle und zurück. Sie haben sicher schon ein paar solcher Storys gehört, und glaubt mir, sie sind nicht erfunden.
Damit sind wir wieder am Anfang meines Artikels, es ist vielleicht besser, ein guter durchschnittlicher Pokerprofi zu sein als einer dieser Superstars, die immer im Rampenlicht stehen und ihr Ego selten unter Kontrolle haben.
Ich hoffe es waren ein paar hilfreiche Tipps für Euch dabei. Den eigenen Stil und den richtigen Weg muss jeder für sich selbst finden. Wenn du dann erfolgreich sind, vergiß nie die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen, zu sehen und zu genießen und die wahren Freunde zu erkennen. Dann ist der Weg frei, ein erfolgreicher Pokerprofi zu werden.
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