Hans Martin Vogl Hans Martin Vogl

Eigentlich ist der Begriff “Wiederholungstäter” negativ konnotiert. Man spricht bekanntlich von Wiederholungstätern speziell im kriminellen Bereich, z.B. bei Bankräubern, Dieben usw

Bei den heutigen Wiederholungstätern, um die es in dem Blogeintrag geht, ist aber nichts Anrüchiges zu finden, ganz im Gegenteil: alle zusammen haben etwas Außergwöhnliches erreicht!

Der Tatort: Las Vegas, Rio Hotel

Tatzeit: zwischen 28. Mai und 25.6. ( weitere Wiederholungstaten nicht ausgeschlossen bis max. 10.11.)

Die Täter:

- John Brock Parker: seine Beute das Bracelet im 2.500 $ Limit Holdem (Six Handed) am 5.6. und 3 Tage später das Bracelet im 2.500 $ No Limit Holdem (Six Handed). Ergebnis seines Raubzugs: 776.442 $

- Phil Ivey: konnte sich am 2.6. das Bracelet im 2.500 $ 2-7 Lowball und den Titel im 2.500 $ Omaha/Seven Card Stud Hi/Lo Event am 11.6. unter den Nagel reissen. Seine Beute beläuft sich auf 316.905 $ und zusätzlich werden weitere Millionen durch erfolgreiche Wettaktivität vermutet

- Jeff Lisandro aka “Iceman”,  der Anführer dieses Trios: er ist unersättlich! Schlug unbarmherzig gleich dreifach zu: am 6.6. im 1.500 $ Seven Card Stud Event, am 18.6. im 10.000 World Championship Seven Card Stud Hi/Lo und nochmals im 10.000 $ Seven Card Razz! Sehr gefährlich einzuschätzen! Beute: 745.021$

Der Großteil der Pokerspieler geht logischer Weise leer aus bei der Jagd nach den Bracelets, das liegt in der Natur der Sache…und macht die Sache ja auch so interessant!

Aber was machen die drei oben erwähnten Pokerspieler anders als all die anderen Gegner? Es ist schon schwer genug ein Bracelet zu gewinnen (und wie gesagt, dem Großteil der Spieler wird es NIE gelingen) und was muss dann erst alles passieren, dass man doppelt bzw gar dreifach zuschlägt innerhalb so kurzer Zeit???

Tja, wenn ich das wüsste, dann würde ich es auch machen… icon smile Wiederholungstäter

Aber ein paar Grundvoraussetzungen kann ich schon mal liefern:

- viel spielen: John Brock Parker ist lt. Hendonmob Datenbank seit 2004 bei der WSOP mit dabei, der erste Eintrag in der Hendonmob Database von Jeff Lisandro in Sachen WSOP findet sich aus dem Jahr 1997 und bei Phil Ivey aus dem Jahr 2000. Bei Phil Ivey und Jeff Lisandro weiß man, dass sie bei der WSOP in allen möglichen Disziplinen antreten, alle möglichen Events (teilweise sind manche Sideevents auch mit überschaubaren Feldern zu finden, dafür aber einem hohen Spielniveau) spielen und das erhöht natürlich die Chance deutlich gegenüber jemanden, der nur ein oder zwei Events pro WSOP spielt.

- gut spielen: das ist das A und O. Man kann sich vielleicht mal in einem Event durchlucken, wie es so oft bei Jamie Gold zitiert wurde, wobei ich es mir nicht anmaßen will ihn zu beurteilen, weil ich ihn selbst noch nie spielen sah. Aber in solch großen Feldern wird man nicht ohne Können (langrfristig)  bestehen und positive Ergebnisse einfahren können, wenn man nicht Klassepoker an den Tag legt, von Anfang bis Ende konzentriert ist und Schwächen vermeidet. Dies gilt natürlich generell fürs Pokern….sei es für Turniere oder Cashgame!

- Momentum, Glück und Psychologie: wie heißt es so schön….”hot when hot, cold when not”  bzw “wenns läuft, dann läufts” . Manchmal hat man selbst das Gefühl, dass man einen guten Lauf hat, das Glück einem zur Seite steht und dann spielt man auch am Besten: man strahlt eine gewisse Selbstsicherheit aus, die evtl auch die Gegner beeinflusst. Man hat das Gefühl, dass man nicht zu erschüttern ist und man spielt auch ohne Druck. Und dieser Druck ist speziell dann weg, wenn man schon etwas Tolles wie den Gewinn eines Bracelets in der Tasche hat…und dann “passiert” es eben, dass man dann evtl gleich noch eins drauflegt oder wie im Fall von Jeff Lisandro auch noch deren zwei…

Aber dass auf alle Fälle ein dickes Sitzfleisch und eine gute Kondition nötig ist, zeigt das schon oben erwähnte Beispiel von Jeff Lisandro: zuerst geht jahrelang nix in Sachen Bracelet und dann auf einmal ist der Bann gebrochen und es gibt drei Bracelets innerhalb von drei Wochen…Pokern ist eben verrückt icon smile Wiederholungstäter

Von nichts, kommt nichts…. und daher muss die Devise lauten:

never give up frog Wiederholungstäter

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