Posted by Stephan Kalhamer | Filed under Allgemeines
Hallo FTP Community,
dieses Wochenende steht ganz im Zeichen des Coachinganteils meines Berufs. Gerne gebe ich ein paar Eindrücke wieder.
Mein Standardseminarwochenende hat drei Bausteine:
Sa 11am – 1pm Level 0:
ein einführender Kurs mit Fokus auf den Spielablauf
Sa 1:30pm – 18:30pm Level 1:
Taktikseminar, Fullring und kurze Stacks
So 10am – 18:30pm Level 2:
Strategieseminar, Shorthanded und große Stacks
Ziel von Level 0 ist es, die Teilnehmer zu befähigen, locker mitzuspielen, „dabei zu sein“. Gerne nenne ich dies – ohne es böse zu meinen: „Regelkonformes Verlieren“. Damit will ich meine Einführung natürlich nicht madig machen. Ich will nur ehrlich darauf hinweisen, dass wer die Regeln kennt – also spielen kann, noch lange nicht annehmen darf, damit auch nachhaltig erfolgreich zu sein. Wie man gewinnen kann, versuche ich ab dem Nachmittag zu vermitteln.
Ziel von Level 1 ist es dann, jeden Einzelaspekt einer guten Pokerentscheidung für sich zu beleuchten und die Teilnehmer dazu zu bringen nicht als erstes und einziges ihre Karten zu spielen. Ich möchte, dass sie aufmerksam das Geschehen am Tisch verfolgen und ein gutes Bild über die Situation haben bevor sie in ihre aktuelle Hand sehen.
Wie verhalten sich die Spieler mit Position auf mich?
Welche Action geht voran?
Welcher Spielertyp sitzt in den Blinds?
Welcher Stack spielt gegen welchen Gegner?
Wie frequent habe ich bisher mitgespielt?
Welche Karten musste ich bisher zeigen?
Wer respektiert mich? – Wer hat mich auf dem Kieker?
Die Antworten auf diese und andere Fragen zeichnen ein aufschlussreiches Bild der Lage, ehe man die Starthand miteinbezieht und letztlich zwischen Fold und Raise entscheidet (Call versuche ich als seltene Variante der Standardspieleröffnung „Raise“ zu vermitteln).
Der Samstag endet mit einem SnG unter den Teilnehmern, so kann ich jedem Ausgeschiedenen noch ein paar persönliche Tipps geben, ehe ich sie oder ihn aus meinem Gambling Institute verabschiede.
Ziel des sonntäglichen Level 2 ist es schließlich, Poker ganzheitlich zu begreifen. Die Einzelaspekte aus Level 1 werden in eine gemeinsame Strategie – ein Konzept vereinigt. Damit ist der Komplexitätsgrad wesentlich höher als am Samstag. Weniger Spieler und tiefere Stacks fördern looseres und damit diffiizieleres Spiel.
Der Sonntag bildet den Höhepunkt meiner Gruppencoachings. Mehr kann ich einer Gruppe nicht vermitteln. Wer darüber hinaus gehen will, bucht Einzelcoachings (Level 3). Hier lehre ich nicht mehr, was mein Spiel ausmacht, meine Überzeugung ist, sondern ich sehe mir das Spiel des Klienten an und versuche seine Schwachstelle zu bereinigen, seine Stärken auszubauen.
Mal sehen, was das heutige Level 2 an interessanten Konstellationen mit sich bringen wird, morgen werden ich euch das Topszenario per Eintrag hier nach- und aufbereiten.
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer
the-gambling-institute.de
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