Stefan Rapp Stefan Rapp

Wie ihr vielleicht schon erfahren habt wird ernsthaft überlegt den Finaltisch des Main Events (10.000$ buy in NLH) der diesjährigen WSOP erst im November auszutragen. Mittlerweile hab ich mich schon mit einigen anderen Pros über dieses Thema ausgetauscht und folgende…

Wie ihr vielleicht schon erfahren habt wird ernsthaft überlegt den Finaltisch des Main Events (10.000$ buy in NLH) der diesjährigen WSOP erst im November auszutragen. Mittlerweile hab ich mich schon mit einigen anderen Pros über dieses Thema ausgetauscht und folgende Vor- bzw. Nachteile (sowohl für Pros als auch für Hobbyspieler) haben sich herauskristallisiert:

 

Grundsätzlich wollen die Veranstalter der WSOP selbstverständlich so gut wie möglich in den (TV) Medien vertreten sein. ESPN bietet anscheinend im November bessere Sendezeiten an und es wird sogar überlegt den Finaltisch nur zwei Stunden zeitversetzt – quasi live – zu übertragen. Für dieses „Entgegenkommen“ das Finale kurzerhand um ein paar Monate nach hinten zu verschieben werden sicher einige $$$$ fließen. Von diesem Geld sehen selbstverständlich wieder nur die Veranstalter etwas, welche ohnehin schon nicht zu wenig mit den überdurchschnittlich hohen entry-fees bei der WSOP verdienen.

 

Trotzdem gibt es auch positive Aspekte für die Spieler bei diesem Turnier. Vor allem die glücklichen Pros, die es schaffen sollten den Finaltisch zu erreichen, können sich in den drei Monaten bis zum „Show Down“ optimal vermarkten, und sich dadurch noch ein kleines Extra-Taschengeld verdienen.

 

Auch Hobbyspieler könnten die Zeit bis zum Finale positiv nutzen. Sie hätten die Chance, sich viel professioneller vorzubereiten. Es bestünde sogar die Möglichkeit einen Pro als Coach anzuheuern. Selbstverständlich wäre auch dies medial „ausschlachtbar“. Eigene Sendungen könnten dokumentieren welcher Spieler, ob Pro oder Hobbyspieler, bereitet sich wie auf seine (wahrscheinlich) einmalige Chance, den WM-Titel zu holen, vor?

 

Selbstverständlich gibt es auch berechtigte Argumente gegen die Verlegung des Finales in den November. Ein Spieler, der beim Main Event startet, ist in der Regel „top fit“. Dieser Zustand könnte sich durch verschiedenste Einflüsse bis zum Finale, drei Monate später, ändern. Ein Spieler kann krank werden, familiäre Umstände könnten sein mentales Wohl negativ beeinflussen, es kann zu Unfällen kommen, ja sogar Todesfälle sind nicht ganz auszuschließen…

 

Die Gefahr eines nicht regelkonformen Zusammenspiels am Finaltisch wird durch die größere „Vorbereitungszeit“ erhöht. Es ist ein Unterschied, ob zwei Spieler (mit genügend krimineller Energie) am Finaltisch nur eine Nacht zur Vorbereitung Zeit haben oder eben drei Monate. Ich denke da vor allem an die wachsende Vertrauensbasis zwischen den beiden Akteuren.

 

Dies waren nun nur einige Vor- und Nachteile einer zeitlichen Verlegung des Finaltisches nach hinten. Geht man allerdings davon aus, dass ca. 6000 Spieler teilnehmen, werden ohnehin 5991 (unglückliche) nicht betroffen sein!

 

Euer Stefan

www.unipoker.at

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