Posted by Stephan Kalhamer | Filed under Allgemeines
Hallo FTP Community,
Moon – Cada. gleich geht es los. Ich war heute auf der Pressekonferenz mit beiden.
„Was wirst du mit dem Gewinn machen, Darvin?“
<Put it on the bank.>
„Komm schon. 5 Millionen mindestens! Was wirst du tun? Ein Sportwagen? Reisen? Was?“
<Put it on the bank.>
Darvin ist wirklich der Inbegriff von Coolness. Alles scheint an ihm irgendwie vorbei zu laufen, es berührt in nicht. Es ist im egal. Er ist eiskalt.
Ich habe versucht etwas zu recherchieren, aber wirklich Verlässliches ist schwer zu bekommen. So vermittle ich meinen persönlichen Eindruck des Spielers, der mich wirklich enorm interessiert. Denn solches habe ich auf einem Turnier von weltklasse Niveau noch nicht gesehen. Er tut Dinge, die schon in Homegames Unverständnis hervorrufen.
Wie tickt jemand, der am 999-Flop Out-of-Position mit 8 hoch Check-Call, Check, Check, Showdown spielt? Er tritt ohne Sponsor an. Er will „sein eigener Boss sein“. Das finde ich sehr respektabel. Aber konnte er sich das leisten zu dem Zeitpunkt als er gefragt wurde? Nun als gesicherter Zweiter hat er wirklich ausgesorgt. Aber wäre er beispielsweise Fünfter geworden, hätte so mancher Vertrag noch ein signifikantes Add-On bedeutet.
Wie kann man so weit kommen, ohne fokusiert zu sein? Er denkt nicht in Chancen und Risiken, er bringt Vor- und Nachteile nicht in Relation. Er spielt einfach gerne dieses Turnier und das tut er nun schon länger als fast 6.500 Mitstreiter. Seine Familie hat angeblich das erste Mal überhaupt ein Flugzeug bestiegen, um hier sein zu können. Zum einen respektiere ich die Unabhängigkeit, die in seinen Statements mitschwingt, zum anderen habe ich noch im Hinterkopf, dass ihm sein Vater ins Gewissen redete, weil er das gewonnene Buyin spielen wollte, anstatt es aus zu cashen. „Es hätte der Familie geholfen.“ Darf man so cool sein, wenn $10.000 der Familie helfen? Im Nachhinein sicherlich, aber er war es ja auch schon als er antratt und die Chancen ganz anders standen.
Ich kann mir nicht wirklich ein Urteil anmaßen, aber ich halte es für recht wahrscheinlich, dass Darvin viele Entscheidungen getroffen hat, die ich mir ans seiner Stelle nicht leisten würde. Wenn meiner Familie $10.000 wirklich helfen können, dann spiele ich kein Turnier dafür. Wenn mir Türen aufgemacht würden, von denen ich vor wenigen Monaten nicht einmal zu träumen gewagt hätte und ich 103 Tage Zeit hätte, darüber nach zu denken, dann bin ich top aufgestellt, wenn es zur Sache geht. Bei Darvin habe ich das Gefühl, dass er Manches liegen gelassen hat. Dennoch hat er nun den Shot der Shots schlecht hin.
Persönlich wünsche ich ihm Glück und ich glaube, dass für sein Setup der zweiter Platz das größere Glück bedeuten wird. Als Pokerspieler kann ich nicht anders als für Joe zu sein. So zeichnet sich etwas sehr seltenes ab: Ein Win-Win im Heads Up!? Hol es dir, Joe!
Zahler zocken – Könner kalkulieren
Stephan M. Kalhamer
the-gambling-institute.de
Popularity: 4% [?]
Letzte Einträge
- Das Finish
- Zwischenstand zum ersten Break
- Man ist zu dritt
- Stau bei 7 Spielern
- Orbit 2: Phil Ivey All In!
Leave a Reply
