„Von Null auf $10.000“
Chris Ferguson
30. April 2007
Mein Bankroll-Experiment auf Full Tilt Poker läuft seit knapp einem Jahr. Ich versuche dabei $0 in eine $10.000 Bankroll zu verwandeln. Da ich zu Beginn kein Geld hatte, musste ich logischerweise Freerolls spielen. Am Anfang konnte ich oft ein oder zwei Dollar gewinnen, habe die aber schnell wieder verloren und musste wieder von vorne anfangen. Es dauerte einige Zeit bis ich mich schließlich an Tische setzen konnte, die einen tatsächlichen Buy-In benötigten.
Noch heute glauben mir die Leute immer noch nicht, dass ich es bin, wenn ich mich an einen Small Stakes-Tisch setze. Sie fragen mich, was ich hier mache und erzählen mir dann, dass sie aus $5 ganze $500 oder aus $100 beachtliche $1.000 gemacht haben. Normalerweise enden die Geschichten mit „und danach habe ich alles wieder verloren“. Das ist keine Überraschung. Diese Spieler haben versucht sich mit Glück schnell eine Bankroll aufzubauen. Sie spielen Limits, die ihre Bankroll übersteigen und falls sie gewinnen, nehmen sie alles Geld und spielen noch höhere Limits. Früher oder später sind sie aber garantiert pleite, weil sie es sich nicht leisten können, ein paar große Pötte zu verlieren.
Für mich geht es in diesem Experiment nicht ums Geld. Es geht vielmehr darum zu zeigen und zu beweisen, dass man mit richtigem Bankroll-Management alles erreichen kann. Selbst wenn man ganz unten anfängt wird man schließlich ziemlich hohe Limits spielen können. Ich weiß, dass es möglich ist, ich habe davor bereits einmal aus $1 ganze $20.000 gemacht.
Um sicher zu sein, eine stabile Bankroll zu haben, halte ich mich an folgende Regeln:
- Ich kaufe mich nie mit mehr als 5% meiner gesamten Bankroll in ein Cashgame oder Sit & Go ein. (Die Ausnahme sind die niedrigsten Limits: Ich darf mich in jedes Spiel einkaufen, dass einen Buy-In von $2,50 oder weniger hat.)
- Ich kaufe mich nie in ein Multi-Table-Turnier mit mehr als 2% meiner Bankroll ein. Ich darf aber jedes $1 MTT spielen.
- Wenn zu einem Zeitpunkt bei einem No-Limit oder Pot-Limit Cashgame mein Geld an dem Tisch mehr als 10% meiner Bankroll darstellt, verlasse ich den Tisch bevor ich in die Blinds komme.
Ich bin der festen Meinung, vielen Spielern würde es besser gehen, wenn sie sich an diese Regeln hielten. Ein riesiger Vorteil dieser Regeln ist, dass Du Dir die Spiele leisten kannst, die Du spielst. Du spielst auch nie zu lange in einem Spiel, dem Du nicht gewachsen bist. Wenn Du verlierst musst Du unweigerlich ein Limit nach unten wandern. Dort kannst Du Dein Spiel weiter verfeinern, bis Du die Bankroll hast, um wieder aufzusteigen und es wieder zu versuchen. Die Regeln helfen Dir auch nicht pleite zu gehen, falls die Karten eine Zeit lang schlecht für Dich fallen.
Niedrigere Limits zu spielen, ist schwierig für viele Spieler. Sie betrachten das als Fehler und ihr Ego kommt ihnen in die Quere. Viele wollen auf den gleichen Limits spielen wie zuvor und ihre Verluste wieder wettmachen. Dies kann aber zu einem sehr starken Tilt führen – und die Bankroll kann dabei sehr schnell aufgefressen werden. Bei meinem „$1 zu $20.000 Experiment“ war es für mich auch schwer wieder niedrigere Limits zu spielen, nach dem ich etwas verloren hatte. Als ich die Limits $0.25/$0.50 spielte, habe ich verloren. Ich musste also wieder niedrigere Limits spielen, wenn ich meine Regeln befolgen wollte. Also spielte ich $0.10/$0.25. Dort verlor ich auch und musste wieder herunter. Das war echt hart. Nachdem ich bereits $0.25/$0.50 gespielt hatte, musste ich wieder $0.05/$0.10 spielen. Das war unglaublich langweilig.
Ich hatte aber die Disziplin zu meinen eigenen Regeln zu stehen und das motivierte mich besser auf den niedrigeren Limits zu spielen. Ich wollte auf gar keinen Fall noch mehr verlieren, weil ich die Konsequenzen kannte. Ich hätte noch härter arbeiten müssen und es hätte leicht einen Monat dauern können, wieder aufzusteigen. Wenn Du Dich jemals langweilst, oder frustriert bist weil Du die unteren Limits spielst, schadet das Deinem Spiel. Mach eine Pause. Erst wenn man eine Zeit lang nicht mehr gespielt hat, findet man wieder die Motivation gut zu spielen.
Es gibt noch ein paar Tipps, die ich verraten möchte, wenn es um Bankroll-Management geht. Du solltest Dich nie an einen Tisch setzen, der Deine Bankroll übersteigt, selbst wenn besonders schlechte Spieler dort sitzen. Du riskierst dabei trotzdem zu leicht Deine Bankroll. Dagegen solltest Du auch eher niedrigere Limits spielen, wenn sie mehr Profit versprechen, als an einem Tisch zu sitzen, der gerade „noch so“ mit Deiner Bankroll spielbar ist.
Ich bin optimistisch die $10.000 zu erreichen, wenn ich mich an diese Regeln halte. Diese Regeln werden Dir auf Deinem Weg auch helfen. Wenn Du also Deine eigene Herausforderung suchst oder mit mir an einem Tisch spielen willst – log Dich bei Full Tilt Poker ein und suche mich online.
Du musst Dich aber beeilen, ich hoffe, dass ich nicht ewig in den unteren Limits spielen muss.

Chris Ferguson